Wie bist du

Wie bist du, Mann,
so nach außen, nach vorn,
gespannt und erhärtet
wie Seile aus Stahl,
die singen im Sturm.

Wie bist du, Frau
so nach innen, zurück,
weich und zerfließend,
betört und klar,
ein Fluss ohne Ufer.

Wie bist du, Mensch,
so Mann, so Frau,
fließend und stark
aufgehend im Leben,
ein großer Gesang.

Geborgen im Leben,
befreit im Tod,
Saat der Götter,
Ernte der Erde.
Hingabe und Verborgenheit.
© gabi m.auth

11 Facts about me – Liebster-Blog-Award

Lieberst-blog-award

Einen ganz herzlichen Dank an http://adrianoeljero.com/author/adrianoeljero/, dass Du mich für den  Liebster-Blog-Award nominiert hast.
Ich bin ein bißchen sprachlos und freue mich sehr über dieses nette Bonbon.
Der Award ist nämlich nicht nur eine schöne Aktion, um einen  Blogger etwas besser kennenzuleren, sondern hilft auch dabei das eigene Blogger Netzwerk, das vielleicht noch klein ist,  zu erweitern. 

Gerne beantworte ich die elf Fragen, die Adriano Eljero  mir gestellt hat:

1. Wieso hast du angefangen zu bloggen?
…weil das Leben ein Moment ist, bestehend aus vielen kleinen Augenblicken, die ich sammle  und in Worte fasse. Wie Perlen reihe ich sie auf. Manche sind dunkel oder matt, andere rosig oder weiß schimmernd.   Mit meinem Blog stelle ich diese Galerie von Augenblicken in die Öffentlichkeit und teile sie mit jedem, der sie mag.

2. Was ist dein liebstes Hobby (neben dem Bloggen)?
…hmm, also okay, ich male und zeichne. Und ich beobachte das Leben, die Menschen, die Natur.

3. Welches ist dein Lieblings-Buch?
…da gibt es nicht eines für immer. Aber es gibt einige für immer wieder.
Dazu gehören:  „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami, „Der Distelfink“ von Donna
Tartt. Und das neuste in der Reihe, frisch ausgelesen, „Die Grasharfe“ von Truman
Capote, der für mich einer der verdammt besten Schriftsteller ist.

4. Wie würdest du deinen Kleidungs-Style bezeichen?
…mein auth-look, ein Mix aus sportlich und verspielt, eher Bauernhof als
Cityhall und Boots statt High-Heels.

5. Dein liebstes Beauty-/Pflegeprodukt?
…mein Parfum von Narcisso Rodrigez.

6. Deine liebste Rubrik auf Blogs ist…?
…Lyrik und Kurzprosa.

7. Welcher Sportart gehst du nach?
  …tanzen und tanzen und tanzen.

8. Dein (emotional) wertvollster Gegenstand den du besitzt, ist..?
…es gibt zwei, die sich den Platz teilen, mein Ehering und meine Sammlung von voll  
   geschriebenen  Moleskine Heften.

9. Wohin geht deine nächste Reise?
… an die Jurassic Coast in Dorset / Großbritannien.

10. Beschreibe dich in 3 Worten
…emotional, nachdenklich, kreativ.

11. Wellness oder Action Urlaub?
…ein bisschen von beidem sowie  Kunst und Kultur.

Spielregeln:
1. Schreibe einen neuen Blogeintrag mit diesem Award, füge das Award-Bild ein und verlinke die Person, die dich nominiert hat. 2. Beantworte ihre 11 Fragen.  3. Nominiere 5-11 weitere Blogger.  4. Stelle nun 11 Fragen an diese Blogger.
5. Gib den Nominierten Bescheid, damit sie von der Nominierung erfahren.

Folgende Blogger möchte ich gern für den Award nominieren:
Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen — WordPress.com
Rosarote Zeilen — WordPress.com
klang•log•buch — WordPress.com
Palpitationen — WordPress.com
Meine literarische Visitenkarte — WordPress.com
https://commanderlara.wordpress.com/
Montagsstück — WordPress.com
Sophieleben — WordPress.com
hindrich.com — WordPress.com
~ Das poetische Zimmer ~ — WordPress.com

Meine Fragen an Euch:
1.  Was war Dein erster Impuls, zu bloggen?
2.  In welchen sozialen Netzwerken bist Du sonst noch zu finden?
3.  Was war Dein wichtigstes Erlebnis im vergangenen Jahr?
4.  Welches ist Dein Lieblingsbuch und/oder Lieblingsautor?
5. Worauf könntest Du nicht verzichten?
6. Wohin geht die Reise in Deinem nächsten Urlaub?
7. Wer oder was kann Dich inspirieren?
8. Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre das?
9. Wenn Du drei Wünsche frei hättest…..?
10,Wie lautet Dein Lebensmotto?
11.Wenn Du noch einmal geboren würdest, wem würdest Du auf jeden Fall wieder
     begegnen wollen?

Mon Santo

Schmelzkäse markiert
den Niedergang
unserer Kultur.
Tausend Zusatzstoffe
leuchten in der Nahrung.
Ein Molekül schöner
als das andere, konservieren
sie uns und öffnen Türen
für den Krebs, während
wir runde, makellose
Tomaten verschlingen,
grellrote Genperlen,
eine genau wie die andere,
die sich nicht mehr selbst
vermehren können.

When the saints go marching in,
gibt die Hölle uns die Hand.
Mon Santo, heiliger Bimbam,
Schutzpatron der Klone,
Diebstahl und Betrug.
Lüge modert in deinen Genen.
Du hattest niemals vor,
die Welt zu nähren,
nährst allein dich selbst,
vervielfältigst die Gier,
den Hunger nach Macht und Geld.
Wir schließen dich nicht ein
in unser letztes Gebet.
Wenn wir gehen, gehen wir leise.
Lüge bleibt, tausend Jahre haltbar.
© gabi m. auth

Elegie und Freude

Sonnenlicht hinter Wolken,
so ein weißgoldenes Strahlen.
Wind, der flüsternd die Blätter
der Birke zum Tanz auffordert,
zart und zerbrechlich grün.
Tagtrunkene Vögel, singend,
Kreise ziehend im freien Flug.
Ein großer Gesang.

Poesie der Schöpfung
mit luftiger Hand ins
Menschenleben gezeichnet.
Und ich stehe am Fenster
sehe, staune, halte
mein Herz mit beiden Händen,
damit es nicht stolpert, das
überschwängliche Ding.
© gabi m. auth

Etwas ist anders

„Zerbrich dir nicht den Kopf“, sagt er, „über uns oder über Sex. Du machst dir zu viele Gedanken.“
Er dreht das Feuerzeug zwischen den Fingern.
Sie schweigt. Sieht auf seinen gesenkten Kopf.  Seine Haare sind ein bisschen verstrubbelt.
Sie mag das.
Gedanken?
Es gibt Sätze, die in einer Minute alles ändern können. In Katastrophenfilmen sind es oft die Präsidenten, die diese Sätze zur Bevölkerung sagen.
Machen Sie sich keine Gedanken. Alles wird gut.
Währenddessen rast ein Komet auf die Erde zu, unverändert auf Kollisionskurs, begleitet von bedrohlicher Musik.
Dolby surround.
Man greift in die Popcorn-Tüte, teilt das Verlangen der Protagonisten, ein paar Klamotten zu packen und abzuhauen. Nur wohin? Da ist nichts, wohin man flüchten könnte.
Das ist das Verteufelte an solchen Sätzen, dass sie etwas Schicksalhaftes in sich tragen. Etwas, das sich der eigenen Kontrolle entzieht. Vielleicht bleibt man verschont. Der Komet zieht vorbei. Man weiß es nicht.
Und während Menschen so tun, als machten sie sich keine Gedanken, arbeitet die Regierung daran, die Katastrophe zu verhindern.

In ihrer Beziehung gibt es keine Regierung.
Es gibt sie beide, einen Mann und eine Frau.
Sein Satz schwebt noch zwischen ihnen im Raum, als sie bereits eingestiegen ist in den Brain-Shuttle. Auf ihrer inneren Leinwand läuft ein Film, er wie er zur Tür hinausgeht, ohne sich umzudrehen. Für immer.
In Dauerschleife.
Er legt das Feuerzeug zurück auf den Tisch. Sieht sie jetzt an. Im Kerzenlicht wirken seine Augen fast schwarz.
„Warum sagst du das?“ fragt sie. „So aus heiterem Himmel. Ich hab nicht mal angedeutet, dass ich mir Gedanken um uns mache. Ich mach mir keine.“
Er sitzt ihr gegenüber. Eben erst zurück von einer Reise für seine Firma. Er schweigt, sieht sie an mit diesem beruhigenden Präsidentenblick.
„Ich hatte das Gefühl, dass du dir den Kopf zerbrichst“, sagt er.
„Warum?“
„Keine Ahnung. Es war irgendwas, das du am Telefon gesagt hast. Ich erinnere mich nicht genau.“
Und dann spricht er ihn aus, den zweiten Satz, den, der den Kometen übergroß und bedrohlich in ihr Gesichtsfeld rückt.
„Jedes Mal, wenn ich für die Firma unterwegs war, fühle ich mich ein bisschen verändert. Ein Stück freier.“
Sie spürt wie etwas Kühles sich in ihr breit macht. Langsam, wie Regen, der durch ein undichtes Fenster tröpfelt.
Sie weiß, dass es stimmt, was er sagt. Nicht für jedes Mal, aber für dieses Mal ist es wahr. Sie wusste es, als er zur Tür hereinkam.
Etwas war anders. Etwas in seinem Blick.
Vielleicht würde bald alles anders sein.
Vielleicht würde der Komet in ihr Leben knallen.
Boom
Und Schluss.
Kann man für Liebe kämpfen?
Hollywood, die Popmusik, Romane, viele erzählen, dass man es kann. Doch Liebe ist kein Pokal für den Sieger einer Schlacht. Liebe geht, wenn der Kampf beginnt.
Aber, denkt sie, ich will nicht sitzen und warten, erstarrt wie ein Kaninchen im Licht eines Autoscheinwerfers.
„Wolltest du mir echt nur sagen, dass ich mir keine Gedanken machen soll“, fragt sie. „Oder wolltest du sagen, dass du frei sein willst?“
Er antwortet nicht.
Such die Liebe in dir, flüstert eine Stimme in ihrem Kopf.
Ist da Liebe in ihr für diesen Mann, der anders ist? Diesen Fremden?
Oder ist da nur der Komet, der alles pulverisieren könnte?
Ist sie nicht selbst eine Fremde?
Ein fremder Mann und eine fremde Frau.
Sie könnten sich kennenlernen, vielleicht sogar lieben.
Und die Freiheit?
Was ist mit seiner Freiheit?
„Such Freiheit in dir selber“, sagt sie. „Sie ist da, wo die Liebe ist. Ich hab sie dir nie genommen.
Sie sind ein Paar, Freiheit und Liebe.
Er zündet sich eine Zigarette an, bläst den Rauch in die Kerzenflamme. Es flackert bläulich.
Sie sehen sich an.

Styxmatisiert

Das Leben ist rund. Ob wir links herum gehen, oder rechts herum, wir treffen uns am Ufer des Styx.

Für den Koraspieler und für Frank und Gina

Vor dem Sirtaki konnte ich
tanzen, ehrlich. Mit Worten.
Rundherum schwirrten sie
in meinem Kopf, bis
ich mein Tuch verlor.
Zu Boden fiel es,
verschämt ihr zu Füßen.

So stolz war sie
mit Augen, schwarz
wie Feuer ohne Glut.
Sie nahm das Tuch
und gab es mir, und
es schwiegen die Worte,
erstarrt im Moment.

Mein Kopf, eine Blume,
erblüht am fremden Strauch.
Vor dem Sirtaki wusste ich
nichts von Delfinen.
Dann verstummte die Musik
und die große Schweigerin
fegte die Worte aus meinem Kopf.

Sie tauchte sie in den Strom.
Odysseus war ich
und Jason, und  weit
entfernt am Horizont
versank Kreta im Dunst,
Echo der Vergangenheit,
eine unbeweinte Insel.
© gabi m. auth

vor dem Sommer

Deine Honighaut
warm und süß,Vorahnung eines
strahlenden Sommers.

Dein Lächeln kitzelt
im Herzen wie
Schmetterlingsflügel
weckt das träumende Sein.
© gabi m. auth

Raum

Leere schafft Raum
für Musik, für Klang,
für Strömen von Licht,
Partikel des Glücks.

Entfesselter Raum,
träumendes Sein,
die Wahrheit ist Jetzt,
nie einsam, nur allein.

Atmender Raum,
entschlüsseln des Ich,
versiegeln der Angst,
ganz ich für mich.

Klingender Raum,
verhallender Ton, ganz
gebunden und frei,
das Leben ein Tanz
© gabi m. auth

Tiefgräberin

Erleuchtung ist hip.
Doch, ist wirklich wahr. Es ist total angesagt, sich damit zu beschäftigen, über sie zu reden, zu schreiben, oder sie im besten Fall schon einmal real erfahren zu haben, und wenn es nur ein klitzekleines bisschen war.
Es gibt so viele Vordenker, Gurus, die es anscheinend schon erlebt haben und mit leuchtendem Blick davon erzählen.
Da sitze ich nun und fühle mich so gänzlich unerleuchtet, fremdplatziert, eine völlige Fehlbesetzung. Alle sind bedeutend und sagen bedeutungsvolle Dinge. Und ich habe keine Ahnung und sowieso die falschen Klamotten an.
Was soll’s, denke ich, strecke meine Schultern und Arme, spüre meinen Körper, die Anspannung der Muskeln,  den gleichmäßigen Rhythmus des Herzschlags.
Ich atme ein und aus, schließe die Augen, vergesse alles, was andere reden,  tauche nach innen, bin Tiefgräberin und Fährtenleserin in mir selbst.
Eine Minute für ein Leben.
Als ich die Augen wieder öffne, fällt mein Blick auf den Kater neben mir. Er leckt sich das Fell. Sein Schnurren flutet den Raum, ein Klang aus den Tiefen seines Katzenwesens.
Wohlig, zufrieden, glücklich machend.
Wir sehen uns an. Ein grün-grauer und ein blau-grauer Blick begegnen sich. Sein Blick ist geheimnisvoll und beruhigend wie immer.
Ich bin sicher, der Kater ist erleuchtet.
© gabi m. auth