Im Lächeln einer Katze

Leben pur und ohne Limit, im Maßstab Eins zu Eins, ohne zu zögern den Rausch des Urknalls leben und Mensch und Schöpfung im Einklang fühlen. Jedes für sich ohne Verlassenheit im Teilchenbeschleuniger der Wahrheit, im Licht und frei.
Im Lächeln einer Katze schwingt  der ganze Kosmos.

Achterbahn

Im Morgengrauen schließt die Achterbahn und müde schleichen traumverlorene Gestalten sich davon. Das Auf und Ab und Rundherum der Nacht entlädt sich explodierend in den dürren Büschen wo in der Mittagsglut die Saat sich regt für neue Blüten. Golden ergießt die Sonne sich auf groß wie klein und schwach wie stark und gibt dem Einerlei den Schimmer von Versöhnung. Und Mensch bleibt Mensch im Schatten wie im Licht.

Für Istanbul

Und Konstantinopel brennt
Rauch steigt zum Himmel
Blut und Tränen netzen
die uralte Erde und
die Götter weinen.
Und der freie
Mensch?
Ein
Traum
erschaffen
am Ende des Tages
vollendet von der Hand
eines kalten Demiurgen
Der Zauber verfliegt im Rauch
und die Zeit löscht Feuer und Leid.

 

 

Brausepulver

Mein Denken ist Ahoi-Brause, Himbeer und Waldmeister, prickelnd auf der Zunge, künstliche Aromen in die Synapsen knallend, wild sprudelnd, Himmelblaugrün und Rosa. Mein Herz sieht dem Verstand beim Schäumen zu und lächelt, weiß schon längst, was ich im Himbeerschaum nicht finden kann, weiß immer alles und hat uns trotzdem lieb, mein übersprudelndes Denken und mich.

Wirklichkeit

Lass uns wirklich sein,
so
Herz bei Kopf eintauchen
in den zeitlosen Moment,
jeder auf seine Weise,
jeder sein eigenes im wir,
ohne Urteil wahrnehmend.
Im Gleichgewicht.
In der Wahrung
des Gegensatzes.
In vollkommener
Gleichwertigkeit,
so
lass uns wirklich sein.

Nicht Cinderella

Die bin ich, die in rein gar nichts passt, war meiner Mutter allzu dünn, zu blass als Kind und später dann zu schwarz, zu bunt, zu sehr Zigeunerin.
Die Lehrer kamen leidlich mit mir klar, weil ich so wortreich reden konnte. Doch diese aufmüpfige Art, die störte ihr gepflegtes Bild.
Vater fand seine Tochter wohlgeraten, solang sie keine Widerworte gab. Nur meine Freunde passten nicht in sein Konzept. Von denen spürte mancher, dass auch ich nicht in seines passte. Zu wenig Weibchen. Zu sehr Blaustrumpf. Zu rot die Nägel und trotzdem nicht Femme Fatale.
Kann nicht gut singen, spiel kein Instrument, und hab ich Geld, geb ich es einfach aus so völlig ohne Sinn für hohe Kanten.
Es sind wohl mehr als tausend Schubladen, in die ich nicht hineingepasst und abertausend Worte, die mich mahnten und mich nie erreichten.
Oh ja, ich habe es versucht, hab mich gebogen, hab die Ferse abgehackt um in manch engen Schuh zu passen, den irgendein altkluger Prinz mir reichte.
Hat nie geklappt. Blut war im Schuh und ich mal wieder nicht die blonde Fee, das liebliche Dornröschen oder Aschenputtel.
Doch in mir klingt Musik, dass Herz und Seele tanzen, wann immer ich den Klängen lausche, und Liebe ohne Ziel und Limit füllt mich aus.
Gebt eure Schuhe und den klugen Rat ruhig denen, welche wohlgeraten und adrett euch eure Wünsche von den Lippen lesen.
Ich tanze weiter mit den Sternen, die über mir und in mir kreisen.
Ich bin die böse Schwester, bin die schwarze Fee.
Ich bin nicht nett.

Neujahr

Süße Melancholie des Neujahrstages.
Altes nicht ganz vergessen und gegangen.
Neues noch nicht wahr und offenbar.
Herz im Mittelpunkt der Möglichkeiten,
zwischen Tod, Geburt und Neubeginn.
Und dann der Regen in den kahlen Birken
und die dunklen Silhouetten von Krähen
am grauweißen Himmel und jedes Lächeln
ein Sonnenstrahl, Vorbote aufkeimender Wärme.
Fülle.