Milonga

An einen Tango,
ein argentinisches Lied,
Tänzer fast schwerelos,
denkt sie manchmal,
wenn sie ihn sieht.
Er ahnt es nicht,
geht  still
die Straße entlang,
ein winziges
Lächeln im Gesicht.

Es sind seine Augen,
vielleicht auch sein Haar,
dunkel und störrisch.
Sie schaut ihm nach,
von ihrem Balkon,
im zweiten Stock.
Sie mag
seinen Gang.
Einen Augenblick
unerforschtes Land.

Kurz bleibt er stehen,
wendet den Kopf,
ihr Atem stockt.
Sieht er sie an?
Verlegen geht sie
in ihr Zimmer zurück.
Auf ihrer Spüle
benutztes Geschirr,
eine Tasse, ein Teller.
Ein Ich. Kein Wir.

© gabriele auth

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Milonga

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s