Lyrik

Agression
Aggression,
heiß und rot.
Explosionsartig.
Wie glühende Lava.
Das Feuer
in deinen Augen
verbrannte den
uralten Schmerz.
Glut und Asche
fraßen die Tränen.

Unstillbare
Sehnsucht
ohne Namen.
Unsere Körper,
Flammen in
der Dunkelheit.
Hände webten
Zärtlichkeit.
Spinnennetze
Aus Wärme und Licht.

Haut.
Erschauernd
unter meinen
Fingerkuppen.
Verschmolzen.
Wo fängt „Du“ an?
Wo hört „Ich“ auf?
Deine Augen,
heller Bernstein.
Hoffnungslos.

Ewig nicht
zu retten.

© g.m.auth


Apollos Atem
Wie es riecht, so unbeschreiblich
süßwürzig, luftigfrisch
nach aufbrechender Erde,
nach sprießendem Grün, und
nach Staub in den Sonnenstrahlen.

Winzige Blüten recken
Ihre blauen Köpfe ins Licht,
und die Vögel, sie jubeln
und singen und hören nicht auf,
ein Chor der Lust am Leben

Apollos belebender Atem streicht
liebevoll schelmisch über
jedes Wesen, die großen, wie die
allerkleinsten, und es lacht und lacht
und alles lacht mit, Frühling.
© gabi m. auth


Schmetterlinge
Auf den Straßen
sterben
die Schmetterlinge.
Torkeln
mit staubversengten Flügeln
am Rand der Highways.
Todestaumel.
Schmerz.
Niemand hört
ihr lautloses Weinen
außer denen,
die folgen wollen.
Wohin gehen die Schmetterlinge,
wenn sie tot sind?

© g.m.auth


Königin
Ich nenn mich Valentine,
den alten Namen, den
hab ich verschenkt
soll ihn tragen wer ihn will.
Er passte nie zur Königin

Kam als Junge auf die Welt,
doch da lebt diese Frau in mir,
sie spürte ich von Anfang an,
eine, die sich zeigen will,
eine wunderbare Königin.

Haare, so schwarz, so lang,
so zart wie ein feiner Schleier.
Und ich trag high heels,
seht stolz mich gehen,
eine wahrhaftige Königin.

Schimmernde Perlen
Liegen um meinen Hals,
befreite Tränen des Meeres,
für die Schönheit der Frau,
die Grazie einer Königin.

Zwischen den Schenkeln,
ein verkümmertes Ding,
kaum mehr als eine Atrophie
Hormone formen mir die Brust,
für die Anmut einer Königin

Treffe Männer in der Nacht.
Sie lieben meine Knospen,
und Lippen zum Küssen,
so weich und leuchtend rot
für die Küsse einer Königin.

Ich befreie, die ich bin
Entfessele mein wahres Blut,
versteck nicht länger das, was
flammt in mir und drängt, die
Glut der verborgenen Königin.

Ich will sein, was ich bin
War nie geboren, um ein
Mann zu sein.
Lass endlich leben, was ich bin,
im Glanz der befreiten Königin.
© gabi m. auth


Betongärten
Wände, so weit
das Auge reicht.
Dazwischen,
wie fahle Blüten,
Graffitis.
Und Tags,
mit Edding auf
schmutzige Wände
geschrieben.
Hingerotzt.

Das Lachen
der Kinder.
Verbannt aus
ihren Augen.
Reines Lachen,
zurückgestoßen
in dunkle Ecken
der Angst.
hauchzarter Klang,
wie ein ängstlich
flatternder Vogel.

Geflohen
vor der Gewalt,
und versteckt
vor dem
allgegenwärtigen
Geruch nach Kohl
und Pisse.
Wer hat Angst vor
dem schwarzen Mann?
…….
Und wenn er kommt?

Da kauern sie.
Staubverkrustete
Seelen in
sterilen
Wohnzimmern.
Gefangen vor
dem Fernseher.
Die Wolkenstores
am Fenster
heben sie nicht
in die Wolken.

Wenn die
Flügel des
Lachens
zerbrechen,
ist der Himmel
nur noch eine
unerreichbare
Decke aus
Einer fremden,
bedrohlichen
Substanz.
© gabi m. auth


Blues
Hey man
never forget,
life is blues
blues is life
at the end of that highway
we´re all driving on
there’s always
good father dead
smiling
baby come on
come right here
deep in my arms
feel the end of your beginning
the beginning of your end
so you hang down your head
you fall into the blue
face this truth and
listen what I say
the end of life
is the end of the blues
© g.m.auth


Blues
Blues ist Leben.
Leben Blues.
Am Ende der Straße
auf der alle fahrn
ist es der Tod,
der alte Genosse,
der gute, geschmähte,
der lächelnde,
der sagt:
Komm schon.
Baby.
Lass uns gehn.
In meinen Arm komm
und versteh
Anfang und Ende.
Versteh
Wesen und Sinn.
Und du senkst den Kopf.
Du sinkst ins Blau,
stufenlos, dunkel
fühlst,
das Ende des Lebens
ist das Ende des Blues.
Erst das Ende des Lebens
ist auch das Ende des Blues.


Ich für mich
Das Leben knirscht.
Dein Wintergesicht
in mein Hirn geätzt,
vergesse ich nicht.

Eisblumenblau
dein letzter Blick.
ich sah dich gehn.
Sahst nicht zurück

Sitz hier allein
am Meeresgrund,
warte auf Sommer,
auf gelb im grau und

verriegle die Augen.
Hör meinem Herzen
beim Stolpern zu.
So wirr. So vertraut.

tropft Ruh mir in
den aufgewühlten Sinn.
Ich öffne die Hände
und es fliegt dahin.

So lass ich ziehen,
das Du und Ich,
dein Sommergesicht.
Gischt bleibt zurück.

Dazwischen ich
für mich.
© g.m.auth


rote Jeans
Deine roten Jeans und die Gitarre, die du spieltest.
Auf dem Teppich saßen wir. Ein Kelim oder so.
Der Duft deiner Haare, so nah, verwirrte mich.
Ich hatte Gründe, mich nicht zu verlieben,
so kluge, wo waren die?

Später pflücktest du Blumen. Aus einem Betonkasten am Straßenrand, gabst sie mir und lachtest, deine Augen
grün irgendwie oder grau.
Unsere Finger berührten sich. Kurz nur. Zu lang.
Die Hitze in meinem Gesicht. Ich verbarg sie hinter Haaren.
Fühlte mich seltsam. Eine Königin ohne Land.

Unsere Körper erforschten wir. So neu. Und Haut.
So köstlich sanft. Und wir küssten uns. Wieder und wieder.
Liebten die Dunkelheit ins Licht. Dein Herz neben mir.
Haut an Haut scheint Leidenschaft und Lust wie ein unzerbrechliches Ding.
Und die Gründe, die klugen. Ins Herz gefallen,
Sehnsucht geworden.
© g.m.auth


Sie ging
Die Nacht so tief.
Kein einziger Stern.
die offene Tür wie
ein drohendes Tier.
Der alte Teddy
dort auf dem Bett,
starrt traurig und leer
sein einziges Auge
sieht nichts mehr.

Ein Rucksack voll
geliebtem Plunder
ein leeres Herz
kein Raum für Wunder
der Elfenzauber
ertrank im Moor
ein Gesicht zu nah
ein Lächeln aus Blei
die Krone verloren.

Der goldene Ritter
im Rost erstarrt
verstörender
Albtraum
in der Nacht
Papi sagt ihr Haar
sei hell wie Elfengold.
……………………
Sie fühlt sich so alt.

Papis kleine Elfe
Geht heut fort
ohne Blick zurück,
ohne Abschiedswort,
verlässt ihren Teddy
vertraut dem Wind
beendet den Albtraum
ein Leben beginnt.
© g.m.auth


Prostitution
Die Welt zur
Hure gemacht,
verloren,
gebrochen
tanzend
im Gewehrfeuer
des Wahns.

Verratene
Unschuld.
Aufgemalte
Lüsternheit.
geschunden,
bis sie
sich ergab.

Penetriert.
Beschmutzt.
Getreten.
Verzweifelt
geliebt,
hoffnungslos
gehasst.

Mit stumpfem
Blick,
verwirrt
im Sinnestaumel,
zahlen wir
den Preis
immer und immer.

Das Rot
ihrer Lippen,
Blut.
Der Glanz
ihrer Augen,
Fieber und
Einsamkeit.

Ihr Schrei
zerborsten
im Universum,
Tränen netzen
das All
Die Schändung
unser Untergang.

Sie war
Schönheit.
Einst.
Ein Liebeslied.
Ode der
Schöpfung
an das Leben.
© gabi m. auth


Dschungel AG – Tod i.V.
U-Bahn Station. Penner, lambruscotriefend, watteweich
beim Flaschentanz.
Junkies taumeln, staksen im Traumnadelwald,
zeigen ihr Sterben. Tag für Tag.
Vorbei, du gehst vorbei.
Siehst dem Tod nicht in die Augen.
Nicht jetzt.
Du lebst,
weißt weder Tag, noch Stunde,

Ruhige See vor Griechenland. Sonne lässt das Meer flimmern.
Das Boot ist voll.
Menschen, achtzig oder hundert.Hechelnder Atem, aufgeplatzte Lippen. Namen, die niemand kennen will.
Weg, du schaust weg.
Siehst dem Tod nicht in die Augen,
Nicht jetzt.
Du lebst,
weißt weder Tag, noch Stunde,

Hinterhof. Müll quillt aus Containern. Ein Mann stürzt schreiend.
Messer im Mondlicht. Stummes Stakkato. Gelächter.
Totes Gesicht in roter Pfütze. Schwarze, fremde Haut.
Zu, du schließt zu die Fenster.
Siehst dem Tod nicht in die Augen.
Nicht jetzt.
Du lebst,
weißt weder Tag, noch Stunde,

Büro am Morgen. Das Summen der Computer. Kaffeeduft.
Einer schreit
Kalaschnikowhagel, kalte Augen in schwarz vermummtem Gesicht. Blut an weißer Wand. Menschen fallen wirr.
Hin, du siehst hin.
Doch siehst dem Tod nicht in die Augen.
Nicht jetzt.
Du lebst,
weißt weder Tag, noch Stunde.

Das Einzige, das du mit Charlie Hebdo  teilst.
Sonst nichts.

Du sitzt in Nürnberg, Hamburg, Kassel,
in München, Dortmund, Rostock, Köln,
Heilbronn.
Du sagst, du wärst Charlie.
Warum nicht
Abdurrahim Özüdoğru,
Enver Şimşek,
Mehmet Turgut,
Süleyman Taşköprü,
İsmail Yaşar,
Mehmet Kubaşık,
Theodoros Voulgaridis,
Halit Yozgat?
Warum nicht Michèlle Kiesewetter?
©g.m.auth


Das war das Schönste
Du warst hinausgeschwommen
und ich sah deinen Kopf
mit nassen Wuschelhaaren
bloß so
über den Wellen,
als ob du tanzen würdest.
Und wie du mir gewunken hast.
Ich konnte dein Lachen nicht hören,
wusste aber, dass es da ist.
Schön war das.
Ich schrieb in den Sand:
ich liebe dich.
Als du aus dem Wasser kamst,
hatte es der Wind verweht.
Macht ja nichts.

Jetzt schreib ich es
in meine Augen,
da kannst du es
jeden Tag lesen.
Und nächste Woche,
geh ich zum Copyshop,
und lass es auf
ein T-Shirt drucken
in Feuerrot auf rosa
„ich liebe dich“
Das ziehe ich an,
wenn du kommst,
du wirst lachen,
und ich finde das schön.
Schöner als den Vollmond
über den Bäumen am Kreidefelsen.
Als wir draußen geschlafen haben.
Unter den Sternen.
Das war das Schönste.
© g.m.auth


Ein Jahr
vorbeigeweht wie altes Laub,
raschelnd, zerfallend
wenn der Regen kommt.
Ich geh in meinen Spuren
Schritt für Schritt
Und halte inne,
wage einen Blick zurück,
um mich nach vorn zu wenden,
hinter mir all die Tränen
geweint und ungeweint
und Trauer, Freude,
Zorn, Versöhnung.
Ich lass zurück,
was Last mir wäre.
Wegmarken
am Straßenrand des Lebens.
Und nehme mit,
was mir das Herz geöffnet hat.
Wegweiser in die Zukunft
Zugvogel bin ich,
verbunden
und doch frei.
Ein Jahr
© g.m.auth


roter Ballon
Ein roter Ballon.
Hoch oben.
Unterwegs
zu den Wolken.
Ich stehe stumm.
Sehe ihm nach,
denke an dich.
Wie klein du warst.
Und dein Lachen.

So glücklich.

Du drehtest dich
um dich selbst
in deinem rosa
Lieblingskleid.
Deine Haare flogen.
So helles Haar,
fast weiß
wie Elfenhaar.

Du liefst rückwärts,
drehtest dich.
Ich winkte dir,
und ich rief.
Du hattest einen
Ballon in der Hand,
einen roten.
Deine Augen blitzten

Die Straße.
Der Wagen.
Ich schrie.
Du lachtest
und winktest.
Ich schrie,
und schrie.

Dein Name
schwebte
zum Himmel.
Tausendmal.
Mit dem Ballon,
der in die
Wolken stieg

Du lagst
still.
So still.
Rote Blumen
erblühten
Auf deinem
Lieblingskleid.
© gabi m.auth


Elegie und Freude
Sonnenlicht hinter Wolken,
ein weißes Strahlen.
Wind, der flüsternd das Laub
der Birke zum Tanz bittet,
zart und zerbrechlich grün.
Und tagverliebte Vögel,
Kreise ziehend im freien Flug.
Ein großer Gesang.
Poesie der Schöpfung
mit luftiger Hand ins
Menschenleben gezeichnet
Und ich stehe am Fenster
sehe, staune, halte
mein Herz mit beiden Händen,
damit es nicht stolpert, das
überschwängliche Ding.
© gabi m. auth


Gedanken.
Ungebärdige, fremdartige Kinder.
Laufen davon in alle Richtungen.
Verspotten mich.
Zeigen den Mittelfinger.
Dunkle Bilder türmen sich auf.
Die Zukunft hat keine Farben.

Alles scheint verloren.
Die Liebe.
Die Freude.
Das Leben.
Selbst die Gegenwart,
in der eben noch die Sonne leuchtete,
wird grau und neblig düster.

Dann laufe ich los,
ungeschickt zunächst,
ehe der Nebel alles frisst,
was Schönheit atmet.
Ich stolpere,
finde das Gleichgewicht,
nehme Fahrt auf und renne.

Ich renne,
bis die wilden Gedanken
eingefangen und neu
in der Wirklichkeit
verankert sind,
koche Tee, beobachte,
wie die Sonne hervorbricht.

Hinter den Wolken,
dieses große Strahlen,
füllt den inneren Raum, und
am Grunde des Verstandes
verwehen die düsteren Bilder.
Lautlos. Und es schweigen
Gedanken.
© gabi m. auth


Gott ist tot
Ist Gott ein Hoax, eine
Fehlermeldung, mit der wir uns
in die Irre führen lassen?
Äonenlang.
Oder führen wir uns selbst?
Religion, ein Denkfehler?
Einer, der uns die Unschuld raubt
und uns abtrennt von uns selbst,
vom Bewusst-Sein und
von der Erkenntnis des Lebens.
Bewegungslos,
in Fesseln vergehend,
vertrocknende Seitenarme
des ewigen Flusses.
Religion lässt genug Wasser,
um nicht zu verdursten,
doch nie genug,
um ohne Durst zu sein.
Durst, den es nicht gäbe
ohne Religion, und,
ohne Gottesidee.
Gott los sein, das Leben
annehmen in seiner Fülle,
in seinem Nichts und Alles.
Vorletzter Satz,
des Nazareners am Kreuz,
Mein Gott, warum
hast Du mich verlassen?
Oder in anderer Übersetzung,
Mein Gott,
wie hast Du mich erleuchtet.
Sie schließen einander nicht aus.
Im Loslassen der Religion,
und der Gottesidee,
in der Verlassenheit, ruhen
Erlösung und Erleuchtung.
Und unabwendbar
klingt der letzte Satz
Es ist vollbracht.
Die Gottverlassenheit,
ist sie ein Fluch,
oder ist sie der
Same der Auferstehung?
© gabi m. auth


neu
Mein Gesicht
im Spiegel
So neu.
Ich ließ dich
ein in
meine Augen.

So warm
So leicht.
Dein Name
in der Wüste
meines Hirns.
Unerwartet

Lichtschnell.
In einem
magischen
Augen-Blick
Oase
geworden.

Quell in der
Wildnis
meines Herzens.
Ich schließe
Die Augen.
Du bist da.

Herz über Kopf.

© gabi m. auth


Shirin
Ich bin Shirin.

Das ist das Einzige, was wahr ist.
Aber vielleicht stimmt auch das nicht.
Vielleicht ist es genauso falsch, wie alles andere.

Ich bin Shirin.
Sie sagen, dass sie mich am Strand gefunden haben.
Ich weiß nicht, ob das stimmt. Man kann doch einen Menschen nicht finden wie ein Stück Strandgut.

Ich bin Shirin.
Alles, woran ich mich erinnere, ist dieser Name und die Farbe des Bootes, in dem wir saßen, meine Umi und ich, zusammen mit dreihundert anderen.

Ich bin Shirin
Jetzt gibt es nur noch mich.
© gabi m. auth


Isola bella
Kann dich nicht verlieren,
dein Name unvergänglich
in mein Herz gebrannt,
ein süßes Feuermal.
Mit heißen Fingern wühlte
der Scirocco sich
in meine Augen, bis sie
halb blind und starr
schemenhafte Kräfte
auf den Feldern ahnten.
Die tanzten silbern dort
und schön.

Betörend kühl salbte
Tramontana die Wunden
meiner Nacht, wehte in
mein glühendes Hirn,
bezwang die Gespenster,
und lehrte mich zu sehen,
die fragile Schönheit
der Vergänglichkeit.
Abblätternde Farbe
auf einer alten Tür,
sanft verwitternd
wie das Leben.

Wie ich dich hasste, als
in der Glut des Sommers,
Schmetterlinge starben,
zerbrechliche Flügel,
betäubt im Straßenstaub,
einer für jeden meiner Träume.
Und wie liebte ich dich, wenn
Abendsonne das Leben färbte,
ein graublaues Meer aus
Zärtlichkeit und Gier nach Leben
mich in den Armen wiegte,
unbegreiflich still.

Leuchtende Insel, du
schöne, stolze Königin,
geschändet, verraten, und
tausendfach geschmäht.
Offenbartest, was ich bin
und heiltest den Schmerz
einer Leidenschaft, der
unheilvollen, vergifteten,
die niemals atmete.
Als die Trauer zerrann,
wurde Freiheit geboren,
Kind der Liebe.
© gabi m. auth


Alter Freund
Leben meint
wachsen, erkennen,
fließen, meint
zu verstehen und
immer zu wissen,
dass Einer wartet
an der Tür.

Den Weg zu wählen,
so frei, so leicht
lächelnd rufen
Hey, alter Freund,
sieh mich an,
sieh her.
Ich komme schon

Doch zuerst steig ich
auf mit der Sonne und
tanz ich mit dem Mond.
Auf der Spur der Sterne
durchzieh ich die Welt,
Wehmut in der Seele,
im Herzen ein Lied.
Über die Erde,
vorwärts, zurück.
Hör im Flug
der Lerche,
Nachtfalter
singen wie
Schöpfungsklang

Dann Tod,
alter Freund,
in deine Arme
nimm mich und
gib Zuflucht mir
in deiner großen
Zärtlichkeit.
© g.m.auth


Raum
Leere schafft Raum
für Musik, für Klang,
für Strömen von Licht,
Partikel des Glücks.

Atmender Raum,
entschlüsseln des Ich,
versiegeln der Angst,
ganz ich für mich.

Entfesselter Raum,
träumendes Sein,
die Wahrheit ist Jetzt,
nie einsam, nur allein.

Klingender Raum,
verhallender Ton, ganz
gebunden und frei,
das Leben ein Tanz
© gabi m. auth


rotes Haar
Leuchtend rot war ihr Haar. Ahornblätter im Herbst.
Er nannte sie Flammenbraut. Er nahm sie bei der Hand.
Und ihre Augen glänzten wie seegrünes Glas.

Er war ihr Himmel. Sie küssten sich. Wie Kinder. Begierig und wild. Und nachts wisperte sie geheime Worte in sein Ohr, zerbrechliche Silben aus Lust.

Wie er stolzierte mit federndem Gang. Sie sei die Schönste,
sagte er. Sein Arm um ihre Taille. Seine Augen so hell.
Wie Sterne, dachte sie.

Sein Blick wechselte von Blau zu Eis, und sein Gang wurde Stahl, als sie gestand, leise, fast scheu, wir bekommen ein Baby. Und sie hob suchend den Blick.

Er lachte zu laut. Grau wie Beton. Und Worte wie Steine trafen ihr Herz. Sie sah ihn gehen. Sein Rücken eine Wand. Stumm stand sie tränenblind.

Sie fand einen Ort, einen stillen, versteckten.
Auf dem Hügel, nur den Vögeln vertraut. Da saß sie im Gras,
pflückte Blumen und sang.

Sang ein blindes, ein dunkles Wiegenlied. Sie wand einen Kranz, kniete anmutig nieder und Margeriten leuchteten weiß und wild.

Als sie die Waffe nahm, die Mündung küsste und ihr Finger sich zärtlich nach innen bog, färbten Blüten sich rot wie ihr Haar.

Unschuld zerbarst in einem Schuss. Das Wiegenlied für
ein ungekanntes Kind wehte zum Himmel, ein verwirrter
Traum, lautlos den Wolken nach.

©gabi m. auth


Manchmal
Manchmal ist es zum Weinen schön
Ein Schmetterling auf einer Blüte
leuchtend in der Frühlingssonne.

Ein Kind, so klein,
viel kleiner als das Pferd,
vor dem es steht,
staunend zu weichen Nüstern
empor gesprochen
„da“.
den kleinen Finger hochgereckt.

Ein altes Kinderrad
mit Schwung auf einen Hof geworfen,
Lachen unter wirrem Haar
blitzende Augen
im Schatten einer Scheune.
Die Bremsen sind kaputt.
Ich musste springen.

Ein Kreis von Menschen
geliebt, vertraut, unter dem Maimond,
ein vergessener Schlüssel
auf einer Gartenbank,
ein Brot zu viel
und die verwunderte Stimme
am neuen Telefon.

Manchmal ist es zum Weinen schön
Und zum Danken
Immer zum Danken.

©g.m.auth


Zeitsprung
Manchmal,
in der Nacht,
denk ich an dich,
wie du warst,
mit großen Schwüngen
deine Visionen
ins Leben maltest.
Blut, Rotz und Tränen,
auf grünem Grund,
tannengrün.

Feuer
warst du mir,
sich selbst
verzehrend, und
manchmal kühles,
klares Wasser,
Linderung für mein
Fieberleben.
Wie wir miteinander
flogen.

Wagten
den Zeitsprung
Haut an Haut, das
Kind der Freiheit
fanden wir.
Leidenschaft warst du,
betörend dein Wahnsinn
und doch so zaghaft
im Tageslicht der
Realität.

Vielleicht
liebten wir uns
damals, doch
heute erzählst du,
was Literatur ist,
und welchen Wein
man trinken kann.
In deiner Stimme
bebt die Angst vor
deinem Tod.

Ich sagte ihn
dir nie voraus,
obwohl du
ihn längst
gestorben bist,
Stück für Stück,
als du dich
verkauftest für
die Illusion von
Sicherheit.
© g.m.auth


einfach so
Mein bester Freund
warst du,
einer fürs Kino,
oder für Konzerte,
und zum reden,
ganz besonders
zum reden.

Etwas an dir
ließ mich hören,
zuhören, stundenlang,
ein sehendes Hören,
ich sah dich an
und mochte, wie
dein Reden aussah.

Und dein Lächeln,
leise, und trotzdem
durchmaß es den Raum
wie mit leichten,
federnden Schritten.
Vorbote eines
neuen Gefühls.

Das Erstaunen, als
wir es entdeckten,
das füreinander
neu sein und
dieses Gefühl
in der Brust,
wie Flügelschlag.

Liebe nannten wir es.
Und wir lachten.
In deinen Augen
sah ich meine Frage
gespiegelt wie
ein flimmerndes
Nichtbegreifen.

Warum gerade du?

Wir sind geblieben,
einfach so,
und das Staunen
blieb mit uns
die ganze Zeit
Liebende und
Beste Freunde.
© gabi m. auth


Möglichkeiten
Menschen lächeln,
so ganz wirklich
und echt, auch
mit den Augen,
auf der Straße
im Vorübergehen.

Menschen haben Zeit,
zu warten ohne Zorn,
an den Kassen der
Supermärkte und an
Bushaltestellen und
lassen einander vor.

Menschen helfen sich
gegenseitig und
schenken sich Achtung
und Aufmerksamkeit,
einfach so ohne
jede Erwartung.

Vorboten einer völlig
neuen, einer fünften
Jahreszeit, der
Achtsamkeit und
der Menschlichkeit.
Menschen könnten das.
©g.m.auth


Monsanto
Schmelzkäse markiert
den Niedergang
unserer Kultur.
Tausend Zusatzstoffe
leuchten in der Nahrung.
Ein Molekül schöner
als das andere, konservieren
sie uns und öffnen Türen
für den Krebs, während
wir runde, makellose
Tomaten verschlingen,
grellrote Genperlen,
eine wie die andere,
die sich nicht natürlich
vermehren können.

When the saints go marching in,
gibt die Hölle uns die Hand.
Mon Santo, heiliger Bimbam,
Schutzpatron der Klone,
Diebstahl und Betrug.
Lüge modert in deinen Genen.
Du hattest niemals vor,
die Welt zu nähren,
nährst allein dich selbst,
vervielfältigst die Gier,
den Hunger nach Macht und Geld.
Wir schließen dich nicht ein
in unser letztes Gebet.
Wenn wir gehen, gehen wir leise.
Lüge bleibt, tausend Jahre haltbar.
© gabi m. auth


Sturz
Mondkind,
wir wollten den gleichen Weg gehen,
wir spucken das Höllenfeuer aus
hast du gesagt.
Doch du hast dich verlaufen
im Dickicht deiner Vergangenheit.
Hingst äonenlang
in deinen Abgründen.
Und ich,
auf schmalem Grat,
hielt weiter deine Hand.
Schweißbenetzte Stirn.
Kräftezehrender Krampf
meines ganzen Seins.
Das Gewicht deiner Angst
zog so schwer.
Das lange Entsetzen
in unseren Augen,
als ich dich los ließ.
Du stürztest lautlos
Und ich machte mich auf den Weg
zur Sonne, so müde.
Ein Stein in meiner Kehle
Staub im Haar.
Finsternis.
Finde ich hinaus,
bist auch du vielleicht
nicht verloren.
© g.m.auth


Nachtmahr
Die Treppe hinauf, in die Dachkammer geflüchtet,
höre ich sie ums Haus schleichen.
Blutunterlaufenes Heulen begleitet ihr rasendes Rütteln an den verschlossenen Türen.
Sie alle sind versammelt.
Der Rattenfüßige, der den Kopf in jedes Erdloch bohrt,
um meinem Herzschlag durch die Erde aufzuspüren.
Eis ist sein Atem.
Die graugesichtige Alte mit den Fledermausflügeln, die nach meiner Wärme giert.
Sie verschlingt die Feuer der Herzen.
Der Schlimmste, der mit der Löwenmähne,
der mit Schlangenaugen durch mein Fenster späht.
Mit sanfter Stimme ruft er meinen Namen und
behauptet, mein verlorener Geliebter zu sein.
Er lügt.
Er ruft den falschen Namen.
Mein Geliebter hatte nie Schlangenaugen.
Banges Warten auf den Morgen.
Beim ersten Strahl der Sonne verweht der Spuk.
Das Gelichter verschwindet in seinen Löchern.
Ich überprüfe die Schlösser und rüste mich für den Ansturm der kommenden Nacht.
© g.m.auth


Du
Nimm die Welt mir
von den Schultern
das Morden, den Krieg
Leid, Hunger und
das falsche Lächeln
der Mächtigen.

Den Fernseher aus,
die Zeitung ins Feuer,
nimm die Gitarre
und spiel unser Lied,
das sanfte, vertraute
von Liebe und Glück.

Um unsere Hände
lass Bänder uns winden,
und lass unsere Herzen
im Gleichklang fliegen
hinaus zu den Sternen
den schweigenden.
© g.m.auth


Marianne

L´oiseau noir,
tiny blackbird,
dark feathers
like silk.
wings and eyes
softly glowing,
banned me
on my seat.
L´oiseau noir,
magic blackbird,
dark feathers
like silk.
her voice strucked
my mind,
softly floating,
bittersweet honey.

L´oiseau noir,
mystic blackbird,
dark feathers
like silk.
And wings,oh
so soft were
touching my soul,
when stardust
she trew.

L´oiseau noir,
shiny blackbird,
dark feathers
like silk,
softly turning
all that red
into blue,
stardust
in my wine.

L´oiseau noir,
heavy blackbird,
dark feathers
like silk,
so sensitive,
and powerful;
if ever an angel
is born in hell,
must be like her.

© gabi m. auth


Marianne 2
L’oiseau noir,
schwarzer Vogel,
dunkle Federn
wie Seide
und Augen
hell glänzend,
bannen mich
an meinen Platz.
L’oiseau noir
wilder Vogel,
dunkle Federn
wie Seide,
die Stimme
füllt den Raum,
weich fließend,
bittersüßer Honig

L’oiseau noir,
glänzender Vogel,
dunkle Federn
wie Seide,
zarte Flügel
berühren das Herz,
als Sterne sanft
vorüberwehen.

L’oiseau noir,
fremder Vogel,
dunkle Federn
wie Seide,
verwandeln
Rot in Blau,
Sternenstaub
in meinem Wein.

L’oiseau noir,
flammender Vogel,
dunkle Federn
wie Seide,
stark und
empfindsam
ob je ein Engel
der Hölle entsprang?
© gabi m. auth


In mir
Schweben im Raumlosen,
innen, in mir drin,
mitten in der Untiefe.
Da, wo es unbegrenzt ist
groß, ausgedehnt, und
hell, so hell.
Löse mich auf in mir
so ganz ohne mich,
raumlos, schwerelos, zeitlos
bis mich die Anziehungskraft
des Lebens wieder
nach Außen schleudert
aus mir heraus und auf
den Boden der Tat Sachen.
© g.m.auth


Schwing dich auf
mit Flügeln des Vertrauens
zum Geburtsort der Winde.
Steig im Spiralengang
hoch durch die Wolken
zum Chor der Sterne.
Dein reines Kinderlachen
in Planeteneinsamkeit,
fliegst hoch
und höher.
Musst niemals fallen.
© g.m.auth


Kaffezeit
Um Drei ist Kaffeezeit,
und draußen gibt’s nur Kännchen.
Der Russe ist der Böse,
und der Ami, der ist gut.
Und vor dem Sozi,
dem argen, alten Linken,
da bleibt man gerne auf der Hut.
So tanzen dumpf sie ihren Reigen
unberührt von Herz oder Verstand,
rechts, Seit, Schritt, Seit
und rundherum im Kreise.
Brav auf den Teller blickend,
niemals über seinen Rand.

Sie ducken sich, wo sie nicht
treten können und treten,
wenn ein anderer sich duckt
sie schreien Freiheit bei Pegida
und haben Schaum vorm Mund,
wenn sich ein Moslem muckt.
Um drei ist Kaffeezeit,
man trinkt jetzt Cappuccino.
Man ist modern, und Kreta
findet man ganz toll.
Dem faulen Griechen allerdings,
dem würd’ man gerne sagen,
dass von nichts, nichts kommt und
dass er sich am Riemen reißen soll.

Nein danke, ich verzichte
auf die Kaffeezeit um drei, und
lass geschehen, was immer grad
geschehn will, und fühl dabei frei.
Und allen Griechen sei gesagt,
ich danke Euch für Mikis, für
seine Lieder, wie für seinen Mut.
Danke auch für euren Stinkefinger,
den sie verdienen, die so voller Wut
krakeelen, lamentieren, laut und schrill.
Am Un-Wesen, dem deutschen,
kann die Welt niemals genesen.
Wenn einen Wunsch für uns ich hätte,
ich denke, ich wüsste, was ich will.

Ich wünschte Luft uns, Freiheit,
Fantasie und einen wachen Geist,
der Piefigkeit und Hochmut
von der Erde weht, ganz wo
er will mal hier, mal dort,
ob in Deutschland, im nahen
oder fernen Osten, in Russland,
in USA, oder an einem anderen Ort.
Und Liebe, als ein Kind der Freiheit,
umfange jeden, ohne einen Blick
auf seine Haut und seine Religion.
Wenn so wir uns die Hände reichen,
schließt um die Erde sich der Kreis,
Leben sollte ein wunderbarer Ort sein,
für den, der es zu schätzen weiß.
© g.m.auth


Villa Arcangela
Leben,
so zerbrechlich,
dreißig Jahre ein Flügelschlag.
Wind in schlafenden Räumen,
wilder Wein kitzelt behutsam
sterbende Mauern.
Das Echo eines Kinderlachens
gefangen im Spiel der Sonne.
Auf der Terrasse ein gekippter Stuhl,
den niemand mehr aufhebt
und die Erinnerung
an den Duft von Rosmarin.
Kein Name am Tor
stört den fragilen Traum.
Das Herz hütet die Namen.
Leben
© g.m.auth


Sirtaki
Vor dem Sirtaki konnte ich tanzen,
so ehrlich. Mit Worten.
Rundherum schwirrten sie
in meinem Kopf, bis
ein Tuch ich verlor.
Zu Boden fiel es,
verschämt ihr zu Füßen.

So stolz war sie
mit Augen, schwarz
wie Feuer ohne Glut.
Sie nahm das Tuch
und gab es mir, und
es schwiegen die Worte,
erstarrt im Moment.

Mein Kopf, eine Blume,
erblüht an einem fremden Strauch.
Vor dem Sirtaki wusste ich
nichts von Delfinen.
Dann verstummte die Musik
und die große Schweigerin
nahm jedes Wort aus meinem Kopf.

Sie tauchte sie in den Strom.
Odysseus war ich
und Jason, und
weit entfernt am Horizont
versank Kreta im Dunst,
Echo der Vergangenheit,
eine unbeweinte Insel.
© gabi m. auth


Wenn
Wenn meine Füße Wurzeln wären,
ich bohrte sie in die Erde,
tief, so tief als könnte ich
den Globus vollständig durchwurzeln.
Von einem Ende bis zum anderen.
Ich atmete ein und ich wüchse,
reckte meine Zweige zum Himmel,
als könnte ich die Sonne küssen
und den Kosmos durchdringen.

Meine Krone überspannte
die Milchstraße vom Anfang
bis in die Unendlichkeit.
Ich wüchse und atmete aus
und würde mitfließen im Strom
wie ein Fisch. Bis zum Meer.
Und hinab in die Tiefe.
Fisch wäre ich und Schwarm und Meer.
In den Ozean würde ich wachsen.

Ich wüchse über die Meere hinaus,
in die Wolken wie ein Vogel.
So hoch flöge ich. Und höher.
Bis hinauf zu den Sternen.
Ich wäre die, die ich bin. Immer.
Liebe ist, was mich wachsen lässt.
Liebe ist, was alles wachsen lässt
wie es seiner eigenen Art entspricht.
Was uns nicht wachsen lässt ist keine Liebe.
©gabi m. auth


rot
Warum haben Chinarestaurants oft
diese dunkel-rot-braunen Möbel
und Wände,
die an geronnenes Blut erinnern?

Und Aquarien mit stumpf blubbernden Koi-Karpfen,
ob die unvermeidlich sind?
Das Lokal, in dem wir sitzen,
hat dazu noch einen riesigen,
quadratischen Spiegel
an der Decke,
genau in der Mitte des Raumes.
So einen will ich in meiner Wohnung haben,
sagst du und zwinkerst dir selbst im Spiegel zu,
den Kopf in den Nacken gelegt,
dass man deinen Adamsapfel tanzen sieht.
Wenn ich mich einsam fühle,
kann ich mir zuwinken, sagst du noch.

Alle lachen,
du selber am lautesten.
Das ist gar nicht lustig,
denke ich.

und

draußen regnet es weiter,
wie es immer regnet.
Regen plätschert anhaltend,
wie unabwendbar.
© g.m.auth


Warum ich schreibe?
Weil es Worte gibt, Millionen Worte.
Worte für Geschichten von Millionen Menschen
Worte, wie Messer. Durchdringend bis sie auf Knochen stoßen.
Worte wie Seide auf der Haut.
Worte, die in den Himmel fliegen
Worte, die in die Hölle stürzen
Worte, wie Bälle in meiner Hand, in flinken Bögen hochgewirbelt.
Worte, aus der Dunkelheit eines muffigen Gewölbes gefischt
Worte, die das leise Kratzen von Rattenfüßen in sich tragen
Worte, gepflückt auf sardischen Frühlingswiesen, prall vom Duft nach wildem Majoran,
Worte, um Bilder in Köpfe malen
Worte, die die Synapsen flimmern lassen.
Worte, die explodieren
Worte, wie Neuschnee auf dem Papier
Jedes Ende ein Wort
War nicht am Anfang das Wort,
das schöpferische?
© g.m.auth


Wegweiser
Damals,
oder gestern.
Ich suchte
das Gefühl,
ganz zu sein.
Herz und Verstand
im Gleichklang.
Und dann Du.
In mein Leben
gehuscht.
Einfach so.
Musik in den Augen
So blau und grün
Oder manchmal grau.
Wie Nebel.
Deine Hände.
Das Erstaunen
als ich ihre
Kraft spürte.
Halten können sie
und lassen.
Herzen leuchten
wie Feuerwerk.
Immer wieder.
Der Verstand.
Ein stiller See
im Mondlicht
so in mir
mit Dir
so in Dir
mit mir.
Gefunden
das Gefühl,
heil zu sein.
Den Weg tanze ich.
Und du bist
Wegweiser,
Wegbegleiter,
Geliebter,
Freund.
Wege verblassen.
Das Leben,
ein freies Feld.
Unsere Spuren
nebeneinander,
eine Spirale
aus Musik.
© g.m.auth


Tanz
Wenn ich sterbe, bringt mir Pusteblumen.
Singt mir ein Freiheitslied und tanzt.
Tanzt für das Leben, für das Meer,
die Sterne und den Wind.
Besonders für den Wind,
der sanft durch eure Haare streicht.
Den Wind der Berge und der Steppen,
denselben Wind, der in den Städten
durch Straßen weht und nachts
auf leeren Plätzen mit
heimatlosen Plastiktüten
den feurigsten Flamenco tanzt.
Ihm vertraue ich mich an,
dem Wind, der uns verbindet.
Lasst meine Asche mit ihm tanzen.
Und lauscht der Stille.
In Stille tanzend mit dem Wind
berührt euch meine Seele.
© g.m.auth


Mensch
Wie bist du, Mann,
so nach außen, nach vorn,
gespannt und erhärtet
wie Seile aus Stahl,
die singen im Sturm.

Wie bist du, Frau
so nach innen, zurück,
weich und zerfließend,
betört und klar,
ein Fluss ohne Ufer.

Wie bist du, Mensch,
so Mann, so Frau,
fließend und stark
aufgehend im Leben,
ein großer Gesang.

Geborgen im Leben,
befreit im Tod,
Saat der Götter,
Ernte der Erde.
Hingabe und Verborgenheit.
© gabi m.auth


wohin
Wo rennt ihr hin,
von da nach hier,
so voller Hass,
so ohne Sinn?
Ihr schreit so laut.
Dagegen, nie dafür.
Gegen das und dies
wie Krähen im Regen.
Ihr verrammelt die Tür.
Was, wenn die Welt
euch um die Ohren fliegt?
Wenn jeder verliert
und keiner siegt?
In einer Sekunde
alles vorbei.
Die Liebe, der Hass,
verstummt das Geschrei.
Die Welt, wie sie ist,
ist vielleicht genug.
Die Welt, die ihr wollt,
ein Selbstbetrug.
© g.m.auth


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