Weltfriedenstag

Heut ist Weltfriedenstag, da laden Neonazis Flüchtlinge zum Tanztee.
Und AFD serviert dazu ein fulminantes Kalt-Buffet.
Mett-Igel an Fladenbrot und selbstverständlich alles streng Halal.
Heut ist man multikulturell und international.

Heut ist Weltfriedenstag, Assad lädt ein zum Volksfest
mit Hüpfburg, Kaffee, Kuchen, alles ganz gechilled.
Auf dem Bazar spielt eine ISIS Rockband.
Man tanzt dazu vergnügt und frei und wild.

Heut ist Weltfriedenstag und  bei den Saudis CSD,
selbst Onkel Trump geht mit und schlägt das Tamburin.
In Washington gibt’s ein Konzert zu Ehren Putins.
Marine le Pen sitzt lachend mit  ner Burka im Foyer.

Ach. Alle sind sich heute wohl gesonnen.
Kein Schuss stört das Idyll, nicht eine Bombe detoniert.
Sie reden miteinander liebevoll besonnen.
Man reicht Gebäck sich, Achtung oder Hände,
Zuwendung und wo nötig auch mal Geld.

Heut ist Weltfriedenstag, da wird nicht gebissen,
nicht aufeinander eingeschlagen, nicht einmal gebellt.
Morgen ist alles dann vorbei, da schlagen sie sich weiter unverzagt.
Heut ist Weltfriedenstag und ich hab einen Traum gehabt.

1755 Tage und eine Nacht

Sie war der
Wind
in seinen Segeln.
Das fühlte er.
Er war der
Hafen,
in den sie einlief.
Das wusste sie.
Gemeinsam
brachten sie
ihre Boote
zum sinken
in
eintausend
siebenhundert
fünfundfünfzig
Tagen
und einer
Nacht.
Verbrannten die
Segel,
jeder für sich
allein.

Rost

An solchen Tagen
aus Licht und aus
spinnwebfeinem Lachen
sitzt du mit  anderen
beim Wein, glücklich,
freundschaftstrunken.

Und Liebe weht vorbei.

Doch in der Nacht
weinst du die Tränen
der anderen, gehst
stumm und wehrlos
in die Knie, gebeugt
unter dem Schmerz,
den einer tief
in seinem Herzen
eingemauert hat,
fest versiegelt
mit drei Ketten:

Eine aus Blindheit
und Unwissenheit.

Eine aus Angst
vor der Wahrheit.

Und die dritte,
die stärkste,
aus Sehnsucht
nach Liebe.

Du weinst und weinst,
bis deine Tränen
Rost erzeugen und
noch mehr Rost, der
wirkt, der wächst und
der die Ketten sprengt.

 

Ach

Ach. Barbie,
Pyramidenbrüste,
zerbrechliche Taille,
mit zwei Händen
zu umfassen.
Hände, wie die von Ken.

Ach. Ken,
der starke, der aufrechte,
der über alle Köpfe ragte.
und seine Haut wie
Barbies , so glatt,
so glänzend .

Barbies Haare, lang bis zu
den  Schulterblättern,
nur etwas strohig
mit der Zeit,
heillos verworren
und stumpf.

Schön war sie trotzdem,
Füße in High-Heels, und
Beine, ach Beine,
fast endlos, ein
feuchter Puppentraum.
Doch nicht für Ken.

Ken hatte nie
feuchte Träume,
nur eine glatte
Fläche zwischen
seinen Schenkeln
geschlechtsneutral.

Genauso wie Barbie.
Untenherum so
verstörend gleich.
Liebten sie sich?
Oder,
wenigstens Sex?

Verstohlen lautlos,
wenn wir schliefen?
Bloß wie?

Wonder Wall

To all, who need a wonder wall
To all, who feel apart and
hidden in a doubtful world,
defeated by a restless heart.

Don’t believe them,
when they say, that
you’re misguided and
a fool, because you
broke their damned
mendacious rules.

One day you’ll find out,
that you are on the path
of the stars, and those,
who blamed you, only
lousy squallers, a nasty,
venomous crowd.

Don’t feel so sad,
don’t try to change it,
just go ahead,
just live what you are,
never ever look back,
the past is too far.

To all, who need a wonder wall
To all, who feel apart and
hidden in a doubtful world
defeated by a restless heart.

 

Weltengesang

Verwirrend ist die Welt.
Ich hab keine Arbeit,
du hast kein Geld,
doch wir haben
Brot und Wein, und
in unseren Augen
spiegelt sich die Sonne.

Vor uns die Straße
ein unendliches Band
trifft am Horizont
den Himmel, vertraut,
und dennoch unbekannt,
aber deine Hände
sind wie Lieder.

Weiter zieht das Leben
uns tief in sein Herz,
ein Kind der Liebe ist
die Sehnsucht, nur
Erinnerung der Schmerz.
Morgen ist weit, und
Lachen fliegt mit Wolken.

Seltsame alte Welt
bleibt hinter uns zurück
wie ein Hund, der bellt,
aber nicht mehr beisst
erschreckt sie uns nicht,
und mit deinen Haaren
vereinen sich die Sterne.

 

das große JA

Ich sitze auf dem
blauen Planeten
im weichen Gras
in der Dunkelheit,
geschmiegt ins Leben,
das mich umweht,
sehe zu wie
Zeit vergeht.

Überm Haus steht Mars
leuchtend kirschrot,
und die Vögel
schweigen im Traum,
darüber der Mond wie
ein gelber Ballon,
und durch die Nacht
zieht Veilchenduft.

JA,
etwas in mir tanzt,
kribbelt und lacht,
reißt sich los,
fliegt einfach davon.

wie will ich leben?

in Freundschaft
sich aneinanderfügen und beschnuppern,
dem anderen Wesen Freiraum schenken
und Respekt,
im offenen Miteinander vom Gift
der Bitterkeit genesen und so
erfahrbar werden füreinander und
begreiflich.

Offen und einfühlsam  Vertrauen leben,
das Staunen und die Freude spüren,
wenn ich entdecke und erkenne,
das Du,
das Ich,
dass Ich und Du
so sein und wachsen dürfen,
wie es das innere Wesen stärkt
in Liebe.

 

Zieh mit dem Fluss

Geh nicht hinaus,
draußen lauern sie,
fahle Gestalten wie
Asche im Nebel,
gebeugt, gescheitert,
verloren in sich.
Sie sehen dich nicht.

Vermeide die Stadt,
den Leierkastenmann.
Mit toten Fingern,
mit knochigem Grinsen
treibt die Orgel er an,
verloren in sich.
Er sieht dich nicht.

Sieh auch nicht hin,
wenn sie rennen,
wenn sie fliehen,
vor ihrer Sinnlosigkeit,
die Münder wie Gräber,
verloren in sich.
Sie spüren dich nicht.

Dreh der Welt
den Rücken zu,
zieh mit dem Fluss
und bleib bei dir,
nur Du und Du.
 

und hey,

Du denkst, das Leben ist eine Schlampe?
Eine verdammte, verkommene Hure?
Was, wenn du einfach damit aufhörst,
es zu ficken?

Was, wenn es dann deine
große Liebe würde?
Und hey,

deine Wahrnehmungen, Ansichten,
dein Blick auf das Leben,

auf die Anderen, auf dich selbst
und deine sture Sicherheit,
dass sie das einzig Richtige sind.

Deine Wahrheit, die alleinige
Wahrheit für Alle und Alles?

Ja, klar,
ich kann dich beinahe schon hören.
Du antwortest und antwortest auf Fragen,
die dir nie gestellt wurden.

Was, wenn du schweigen würdest, bis
all deine Antworten verblasst sind?

Was, wenn du anfangen würdest zu fragen?

Was ist wirklich wahr?