Erevós

Wiege Europas
Du
Schöne, Leuchtende
Blutige Tränen im Meer
Jahrtausende alte Kultur
geopfert auf den Altären
der verhärteten Herzen.
Deine Götter schweigen
Unheilvolle, Verratene
Du
Totenbett Europas

(c) Gabriele Auth
pasture-fence-1995820_1280 Foto/Pixel2013 on Pixabay

 

 

Sterne

leichtsinnig fließt
mein Leben und
ich laufe mit
pflücke Sterne
am Wegesrand
einen für jeden
Augenblick
manche erlöschen
ich trage sie
zum Sternenfriedhof
lasse sie fliegen
schau ihnen nach
andere erleuchten
mir die Nacht
stehen hauchzart
dem Tag zur Seite
wo Sonnenlicht
den Himmel öffnet
für eine neue Ewigkeit.

(c) Gabriele Auth

moonlight-3061068_1280Foto/cocoparisienne on Pixabay

unmittelbar

An der roten Ampel. Plötzlich denkst du an ihn.
Diese Bartstoppeln an seinem Kinn.
Schlaf gut mein Schöner flüsterst du und weißt nicht warum.
Der Moment wird eine Wunde.
Seitdem weinst du.
Niemand sieht es, weil du die Tränen nach Innen ziehst.
Nach Außen lächelst du und wünscht tausend Mal einen schönen Tag.
Dabei spürst du messerscharf, Tag und Leben sind so endlich.
(C) Gabriele Auth

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Warteschleife 29

Ein Kreuz
für jeden Tag
Zeitgräberfeld
Am Ende
Am Anfang
lass uns
die Nacht
atmen
und den
seltsamen Ruf
der Steinkäuze.

(c) gabriele auth

owl-518838_1280Foto/ Comfreak auf Pixabay

Bald

Bald ist wieder früher
Träume werden blühen
im Garten vergessener Tage,
im Tal zwischen Damals und Jetzt
legt sich allmählich der Sturm.
Die schmale Brücke Erinnerung
lockt wie eine zarte Sinfonie,
da ist noch immer der Schimmer.
Wende dich ab und geh.
Tränen trocknen im Licht.

(c) gabriele auth

 

book-2929646_1280Bild comfreak on Pixabay

Heilsarmeekapellenmädchen (vielleicht ein Liebeslied)

Heilsarmeekapellenmädchen
ohne Schuhe am Strand
Möwen schreien über ihr.
Wolken ziehen ihre Bahn,
sehn Heilsarmeekapellen –
Mädchen  gar nicht an.

Hilfsmatrose mit rotem Schal,
den Kopf voll Unsinn
kommt durch den Sand.
Sein Blick folgt den Wolken
übers Meer, er träumt von
Timbuktu und Samarkand.

Und der Wind ruft Marie
Der Wind schweigt nie.

Sie dreht sich um
es berührt ihn ihr Blick
holt ihn aus der Ferne zurück.
Zögernd hebt sie die Hand
stumm sieht er sie an
sein Schal weht im Wind,

Und der Wind ruft Marie
Der Wind schweigt nie.

Wo Meer und Möwen
ein roter Schal und Blicke
sich begegnen im Wind
Hände sprechen, Lippen sehn’
zwei paar Füße
im Tanz sich drehen.

Und der Wind ruft Marie
Nur der Wind schweigt nie

(c) Text: Gabriele Auth – Musik: Thomas Auth
inspiriert von Tom Waits und Jimmi Hendrix

 

 

Nur ein Märchen

Königin im dunklen Schloss
spricht mit tausend Katzen
weiß nicht mehr, wer sie ist.

Hüterin der Schlüssel dreht
das Glücksrad jeden Tag
fragt niemals nach dem Sinn.

Wer sieht, was er nicht
sehen darf, den holt
der Reißwolf bei Nacht,
heult ein Blutlied aus Stahl.

Kleines Mädchen Namenlos
trägt den Schlüssel aus Glas
verborgen im hellen Kleid.

Vasallen erstarrt beim Tanz
im Thronsaal ohne Licht
kichern tonlos und dumm.

Tag des Erinnerns
der Spuk vorbei
sie öffnen die Augen
sind endlich frei.

Katzenkind im Silberturm
kennt das geheime Wort
schweigt hundert Jahre lang.

Fahrstuhlführer ohne Ziel sucht
auf und ab den siebten Stock
im Dornbusch rostet sein Schwert.

Tag des Erinnerns
Licht flutet den Raum
Herzen erblühen
vergessen den Traum.

(c) Gabriele Auth

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Bild on Pixabay

Auf der Höhe

Kleiner Teich im Grün
Eisvogelflug und
Lachen im Regen
Hand in Hand
Glück hat viele Farben

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Kinder
spielen Slenderman
Väter
ertrunken im Wodkaglas
Mütter
kleben am Flachbildschirm
Hirne geknebelt

Seelen
im Pixelbrei
Freundschaft
verendet im Social Media
Realität verschwimmt
Wahrheit wird Lüge bei
Talk-Shows und Reality-TV

U-Bahn-Tunnel
Menschenklone
kaltes Licht
Gesichter hinter
Smartphonemauern
rote Ampeln
Stop and go

Neonleuchten
im Großraumbüro
weißes Rauschen
im Gehirn
Funktionieren
im Kreis im Kreis
IM KREIS …

Draußen
fliegen Vögel,
ist der Himmel weit
Sonne durch Wolken
das Licht
du kannst es fühlen,
öffne .

(c) Gabriele Auth

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Foto/G.Auth

Mut

lass uns zusammen
traurig sein
Melancholie durch
unsere Adern ziehen
und Wahrheit

lass das Lachen
uns verbannen
das brüllt wir
wären stark und
unbeschwert

stark ist der Mut
zur Traurigkeit
in einer Welt
voll Pixelglanz
und Einhornstaub

lass uns zusammen
traurig sein
Wahrhaftigkeit aus
unseren Körpern
leuchten

(c) Gabriele Auth
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Foto/Pixabay