Bunt: für T, Paul Wallfisch, Gina, die Jungs von Reichtum Plakat Erde und den Mann mit dem gelben Hut

Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.

Sommerblau summen Worte
zwischen dir und mir
und dem Mann mit dem
großen gelben Hut.
Worte wie Junikäfer,
helle Glühwürmchen
Silben in blau.

Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.

Zigaretten rotglühend
und weißer Rauch,
der zum Himmel steigt.
Lust auf Musik, auf
laute wie leise Töne,
verbindet uns hier
sonnengelbfroh.

Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.

Weiß funkelnder
Klang der Gitarre,
Erdbraun der Bass,
gelbgrün getupfter,
Schlagzeug-sound
Umarmen ein Keyboard
schwarz, rot und weiß

Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.

Die violette Stimme,
manchmal rot-orange
und der Farbenrausch
von Rotwein bis Whisky,
aber trunken bin ich
von Wasser, Musik
Freundschaft und dir.
Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.

Nur ein Konzert
nur Klang und Gefühl
und Lachen und Reden
und tanzen, ja tanzen
alles findet sich
hält sich und löst sich
bunt wie das Leben.

Golden leuchtet das Bier
Groß sind die Gläser,
tiefblau der Himmel
so tintenblau.
© gabriele auth

Mon Santo

Schmelzkäse markiert
den Niedergang
unserer Kultur.
Tausend Zusatzstoffe
leuchten in der Nahrung.
Ein Molekül schöner
als das andere, konservieren
sie uns und öffnen Türen
für den Krebs, während
wir runde, makellose
Tomaten verschlingen,
grellrote Genperlen,
eine genau wie die andere,
die sich nicht mehr selbst
vermehren können.

When the saints go marching in,
gibt die Hölle uns die Hand.
Mon Santo, heiliger Bimbam,
Schutzpatron der Klone,
Diebstahl und Betrug.
Lüge modert in deinen Genen.
Du hattest niemals vor,
die Welt zu nähren,
nährst allein dich selbst,
vervielfältigst die Gier,
den Hunger nach Macht und Geld.
Wir schließen dich nicht ein
in unser letztes Gebet.
Wenn wir gehen, gehen wir leise.
Lüge bleibt, tausend Jahre haltbar.
© gabi m. auth

Elegie und Freude

Sonnenlicht hinter Wolken,
so ein weißgoldenes Strahlen.
Wind, der flüsternd die Blätter
der Birke zum Tanz auffordert,
zart und zerbrechlich grün.
Tagtrunkene Vögel, singend,
Kreise ziehend im freien Flug.
Ein großer Gesang.

Poesie der Schöpfung
mit luftiger Hand ins
Menschenleben gezeichnet.
Und ich stehe am Fenster
sehe, staune, halte
mein Herz mit beiden Händen,
damit es nicht stolpert, das
überschwängliche Ding.
© gabi m. auth