Weltengesang

Verwirrend ist die Welt.
Ich hab keine Arbeit,
du hast kein Geld,
doch wir haben
Brot und Wein, und
in unseren Augen
spiegelt sich die Sonne.

Vor uns die Straße
ein unendliches Band
trifft am Horizont
den Himmel, vertraut,
und dennoch unbekannt,
aber deine Hände
sind wie Lieder.

Weiter zieht das Leben
uns tief in sein Herz,
ein Kind der Liebe ist
die Sehnsucht, nur
Erinnerung der Schmerz.
Morgen ist weit, und
Lachen fliegt mit Wolken.

Seltsame alte Welt
bleibt hinter uns zurück
wie ein Hund, der bellt,
aber nicht mehr beisst
erschreckt sie uns nicht,
und mit deinen Haaren
vereinen sich die Sterne.

 

das große JA

Ich sitze auf dem
blauen Planeten
im weichen Gras
in der Dunkelheit,
geschmiegt ins Leben,
das mich umweht,
sehe zu wie
Zeit vergeht.

Überm Haus steht Mars
leuchtend kirschrot,
und die Vögel
schweigen im Traum,
darüber der Mond wie
ein gelber Ballon,
und durch die Nacht
zieht Veilchenduft.

JA,
etwas in mir tanzt,
kribbelt und lacht,
reißt sich los,
fliegt einfach davon.

wie will ich leben?

in Freundschaft
sich aneinanderfügen und beschnuppern,
dem anderen Wesen Freiraum schenken
und Respekt,
im offenen Miteinander vom Gift
der Bitterkeit genesen und so
erfahrbar werden füreinander und
begreiflich.

Offen und einfühlsam  Vertrauen leben,
das Staunen und die Freude spüren,
wenn ich entdecke und erkenne,
das Du,
das Ich,
dass Ich und Du
so sein und wachsen dürfen,
wie es das innere Wesen stärkt
in Liebe.

 

Zieh mit dem Fluss

Geh nicht hinaus,
draußen lauern sie,
fahle Gestalten wie
Asche im Nebel,
gebeugt, gescheitert,
verloren in sich.
Sie sehen dich nicht.

Vermeide die Stadt,
den Leierkastenmann.
Mit toten Fingern,
mit knochigem Grinsen
treibt die Orgel er an,
verloren in sich.
Er sieht dich nicht.

Sieh auch nicht hin,
wenn sie rennen,
wenn sie fliehen,
vor ihrer Sinnlosigkeit,
die Münder wie Gräber,
verloren in sich.
Sie spüren dich nicht.

Dreh der Welt
den Rücken zu,
zieh mit dem Fluss
und bleib bei dir,
nur Du und Du.
 

und hey,

Du denkst, das Leben ist eine Schlampe?
Eine verdammte, verkommene Hure?
Was, wenn du einfach damit aufhörst,
es zu ficken?

Was, wenn es dann deine
große Liebe würde?
Und hey,

deine Wahrnehmungen, Ansichten,
dein Blick auf das Leben,

auf die Anderen, auf dich selbst
und deine sture Sicherheit,
dass sie das einzig Richtige sind.

Deine Wahrheit, die alleinige
Wahrheit für Alle und Alles?

Ja, klar,
ich kann dich beinahe schon hören.
Du antwortest und antwortest auf Fragen,
die dir nie gestellt wurden.

Was, wenn du schweigen würdest, bis
all deine Antworten verblasst sind?

Was, wenn du anfangen würdest zu fragen?

Was ist wirklich wahr?

Kein Liebesgedicht

Ein fremdartiges Gefühl,
beängstigend, aufregend,
hoffnungsvoll zugleich,
wenn er mich ansieht.
Mit Bernsteinaugen wie
Scherben von Bierflaschen,
die man in die Sonne hält.

Wie könnte ich ihm trauen?

Trotzdem, tief innen,
ein Kribbeln, ein Bersten.
Mein Herz fließt fort.
Kernschmelze.
Es wird weh tun.
Und dann?

liquid summer

Liquid summer,
time is a bitch,
god is the drummer,
years are passing by
like clouds in the sky,
drums are still ruling,
every heartbeat remains,
summer is fading and
it rains and rains.

 

Vergessen (für eine Liebe)

Will vergessen, wie du aussiehst,
dein Blick, dein Haar, das ganze Du,
doch dieses Kribbeln, wenn wir lachten
ist immer noch hier, summt weiter in mir.

Seltsam, wie der Wind das Leben
auseinanderfegt, wie dürres Herbstlaub,
wie feiner Sand, der sich auf alles legt,
auch auf die Erinnerung.

Werd vergessen, wie ich weinte,
bin darüber beinahe froh, deine Finger
in meinem Haar, ein leiser Gesang
zartherber, erlöschender Klang.

Seltsam, wie der Wind das Leben
um die Häuser fegt, wie dürres Herbstlaub,
wie feiner Sand, der sich auf alles legt,
auch auf die Erinnerung.

Hab vergessen, wie du fortgingst
will es auch nie wieder sehn,
deine stumme Gestalt, geschlossene Tür,
ich blieb hier,alleine bei mir.

Seltsam, wie der Wind das Leben
durcheinanderweht, wie dürres Herbstlaub,
wie feiner Sand, der sich auf alles legt,
auch auf die Erinnerung.

Ex ist e(i)nz

Ex ist Eins,
verbinde zur Zwei,
füg‘ alles zusammen,
erschaffe die Drei.
Existenz ist nicht leben.
Leben ist mehr,
ist lachen und träumen.
Komm, zeig es mir.
Fliegend auf Wolken,
tauchend ins Sein,
erschließen wir Wege,
öffnen die Tür.
Existieren und leben
verknüpfen wir
zum Großen
zum Ganzen.
Im Kleinen allein
fügen sich Teilchen
zur vollkommenen Form,
zerfallen ins Nichts.
Neugeburt.

haarige Momente

Also unter uns Frauen, oder eigentlich sogar auch unter uns Männern, Haare sind irgendwie eine sehr komplexe Angelegenheit. Also die in der Suppe auch, aber ich meine hier die Haare auf unseren Köpfen. In Romanen steht manchmal so schön: Die braunen Haare fielen ihr in weichen Wellen bis auf die Schultern.  (fragt mich bitte jetzt nicht, welche Romane ich lese.)
S
oweit so gut, aber glänzten sie auch, die braunen Wellen? Oder sind gar die Spitzen gespalten? Und das Braun? Echt, oder Polycolor? Gar nicht so einfach.
Also gut, meine sind frisch gewaschen. Vielleicht liegen sie gleich. Vielleicht auch nicht.
Ob sie glänzen, oder struppig sind, ich werde in jedem Fall lesen.
Heute abend in der Severinstorburg in Köln. Ich hab vor einiger Zeit in der Anthologie“Trümmerseele“ ein Gedicht veröffentlicht.  Der Erlös des Verkaufs  geht an ein Berliner Flüchtlings Hilfe Projekt.
Und ja, die Lesung kostet fünf Euro Eintritt, der kommt auch der Flüchtlingshilfe zugute.
Ausser mir werden noch fünfzehn andere von den hundert, im Buch veröffentlichten Autoren ihre Texte vortragen.
Also wer Zeit und Lust hat, um 18:00 Uhr in der Severinstorburg am Clodwigplatz in Köln
kann man mich hören und live erleben, ob die Haare liegen.
Wer nur das Buch erwerben will, findet es hier im Blog unter der Rubrik Veröffentlichungen.
Bis bald