Manche sehen aus wie Blumen, Margeriten oder Rosen. Rosen sind sehr beliebt. Andere sind wie Fabelwesen, kleine, pinkfarbene Drachen, blaue Einhörner und Mangas. So etwas in der Art eben.
Dann gibt es die prosaischen oder die politischen, die nur einen Schriftzug tragen. Irgendwie trotzig.
Und da sind natürlich die, die ein Gesicht haben, das wie ein Gesicht aussieht, ansprechend wie ein echter Ansprechpartner.
Oft ist das Abbild ihres Gesichtes schon viele Jahre alt, vielleicht sogar aus der Kindheit. Oder es ist das Gesicht von jemand anderem.
Manchmal weiß ich es.
Ein anderes Mal weiß ich es nicht und frage auch nicht danach.
So viele Gesichter in diesem Buch, so viele Phrasen, bunte Bilder und Plattitüden.
Katzen sind beliebt und weise Sprüche. Oh ja.
Dazwischen immer wie auch eine Perle, ein Edelstein oder zumindest ein Halbedelstein, etwa eine wunderschöne Musik, ein berührender kleiner Film, oder Texte, die so voller Leben scheinen.
Und dann findet sich in manchen Momenten ein echter Austausch, einer, der anregt, der Lust auf mehr macht oder nachhallt wie ein geflüstertes Geheimnis.
Und ich spüre einen Hauch des Menschen hinter dem Gesicht, gleich eine winzigen, warmen Brise mitten im Winter.
Hin und wieder wird so ein Gesicht dann klarer, eine Stimme am Telefon ergänzt das Bild und selten, sehr selten, stehe ich auf einem Platz mitten in der Stadt, die Sonne scheint und eine Person kommt auf mich zu. Ein Gesicht aus dem Gesichtsbuch hat plötzlich einen Körper, einen Gang, eine Mimik und zwei lebendige Augen, die den ganzen Menschen offenbaren.
Wir lachen und freuen uns, dass wir den Sprung gewagt haben.
Und einmal mehr wird klar, dass das Gesichtsbuch, ja, dass die ganze virtuelle Welt im besten Fall eine Gehhilfe ist, wenn es richtig gut läuft, sogar eine, die eine Freundschaft begründen kann.
So ganz real.
Durch Günter Grass habe ich verstanden, was Literatur bedeutet
mein bester Freund
Mein bester Freund
warst du,
einer fürs Kino,
oder für Konzerte,
und zum reden,
ganz besonders
zum reden.
Etwas an dir
ließ mich hören,
zuhören, stundenlang,
ein sehendes Hören,
ich sah dich an
und mochte, wie
dein Reden aussah.
Und dein Lächeln,
leise, und trotzdem
durchmaß es den Raum
wie mit leichten,
federnden Schritten,
Vorbote eines
neuen Gefühls.
Das Erstaunen, als
wir es entdeckten,
das füreinander
neu sein und
dieses Gefühl
in der Brust,
wie Flügelschlag.
Liebe nannten wir es.
Und wir lachten.
In deinen Augen
sah ich meine Frage
gespiegelt, wie
ein flimmerndes
Nichtbegreifen.
Warum gerade du?
Wir sind geblieben,
einfach so,
und das Staunen
blieb mit uns
die ganze Zeit
Liebende und
Beste Freunde.
© gabi m. auth
Apollos Atem
Wie es riecht, so unbeschreiblich,
süßwürzig, luftigfrisch
nach aufbrechender Erde,
nach sprießendem Grün, und
nach Staub in den Sonnenstrahlen.
Winzige Blüten recken
ihre blauen Köpfe ins Licht,
und die Vögel, sie jubeln
und singen und hören nicht auf,
ein Chor der Lust auf Leben
Apollos belebender Atem
streicht liebevoll schelmisch
über jedes Wesen, die großen,
wie die allerkleinsten, und es lacht
und lacht, und alles lacht mit, Frühling.
© gabi m. auth
Ostern – Nachdenken über Gott Teil 2
Ist Gott ein Hoax, eine
Fehlermeldung, mit der wir uns
in die Irre führen lassen?
Äonenlang.
Oder führen wir uns selbst?
Religion, ein Denkfehler?
Einer, der uns die Unschuld raubt
und uns abtrennt von uns selbst,
vom Bewusst-Sein und
von der Erkenntnis des Lebens.
Bewegungslos,
in Fesseln vergehend,
vertrocknende Seitenarme
des ewigen Flusses.
Religion lässt genug Wasser,
um nicht zu verdursten,
doch nie genug,
um ohne Durst zu sein.
Durst, den es nicht gäbe
ohne Religion, und,
ohne Gottesidee.
Gott los sein, das Leben
annehmen in seiner Fülle,
in seinem Nichts und Alles.
Vorletzter Satz,
des Nazareners am Kreuz,
Mein Gott, warum
hast Du mich verlassen?
Oder in anderer Übersetzung,
Mein Gott,
wie hast Du mich erleuchtet.
Sie schließen einander nicht aus.
Im Loslassen der Religion,
und der Gottesidee,
in der Verlassenheit, ruhen
Erlösung und Erleuchtung.
Und unabwendbar
klingt der letzte Satz
Es ist vollbracht.
Die Gottverlassenheit,
ein Fluch, oder der
Keim der Auferstehung?
© gabi m. auth
Isola Sicilia
Kann dich nicht verlieren,
dein Name unvergänglich
in mein Herz gebrannt,
ein süßes Feuermal.
Mit heißen Fingern wühlte
der Scirocco sich
in meine Augen, bis sie
halb blind und starr
schemenhafte Kräfte
auf den Feldern ahnten.
Die tanzten silbern dort
und schön.
Betörend und kühl salbte
Tramontana die Wunden
meiner Nacht, wehte in
mein glühendes Hirn,
bezwang die Geister,
und lehrte mich sehen.
Unbegreifliche Schönheit
der Vergänglichkeit.
Abblätternde Farbe
auf einer alten Tür,
sanft verwitternd
wie das Leben.
Wie ich dich hasste, als
in der Glut des Sommers,
Schmetterlinge starben,
zerbrechliche Flügel
betäubt im Straßenstaub,
einer für jeden meiner Träume.
Und wie liebte ich dich, wenn
Abendsonne das Leben färbte,
ein graublaues Meer aus
Zärtlichkeit und Gier nach Leben
mich in den Armen wiegte,
unbegreiflich still.
Leuchtende Insel, du
schöne, stolze Königin,
geschändet, verraten ,
tausendfach geschmäht.
Offenbartest, was ich bin
und heiltest den Schmerz
einer Leidenschaft, der
unheilvollen, vergifteten,
die niemals atmete.
Als die Trauer zerrann,
wurde Freiheit geboren,
das Kind der Liebe.
© gabriele auth
Um drei ist Kaffeezeit
Um drei ist Kaffeezeit,
sie tanzen dumpf den Reigen,
unberührt von Herz oder Verstand,
rechts-seit-schritt-seit.
und rundherum im Kreise,
brav auf den Teller blickend,
niemals über seinen Rand.
Um drei ist Kaffeezeit,
sie ducken sich, wo sie nicht
treten können und treten,
wo ein anderer sich duckt
und grölen Abendland und beten,
und haben Schaum vorm Mund,
wenn sich ein Moslem muckt.
Um drei ist Kaffeezeit,
man trinkt jetzt Cappuccino.
Man ist modern, und findet Hellas toll.
Dem faulen Griechen allerdings,
dem würde man gern sagen,
von nichts kommt nichts, und
dass er sich am Riemen reißen soll.
Um drei ist Kaffeezeit,
ich danke und verzichte
nehmt’s mir nicht übel,
mit eurer Zeit habe ich
nichts am Hut, und allen
Griechen sei gesagt, ich
danke Euch für Mikis, für
seine Lieder, wie für euren Mut
Um drei ist Kaffezeit,
es lebe hoch der Stinkefinger,
den die verdienen, die voll Wut
nur lamentieren laut und schrill.
Am Un-Wesen wird nicht
die Welt genesen, hätt einen Wunsch ich,
ich wüsste, was ich will.
Um drei ist Kaffeezeit
Zur Hölle mit dem Stumpfsinn.
Ich wünschte Freiheit uns,
und einen wachen Geist,
der Piefigkeit und Hochmut
von der Erde wehte, mal hier
mal dort, mal laut, mal leis.
Um drei ist Kaffeezeit,
ich wünschte er würd wehen,
im nahen und im fernen Osten,
in Europa, in Russland, USA.
Rund um den Globus soll er toben,
bis alle Hirne endlich sauber,
die Augen offen und die Herzen klar.
Und Liebe, als ein Kind der Freiheit,
umfange jeden, ohne Ansehen
seiner Haut und seiner Religion.
Wenn wir uns so die Hände reichten,
schlöss um die Erde sich der Kreis,
Leben kann ein wunderbarer Ort sein,
für den, der es zu schätzen weiß.
© gabi m. auth
Danke an Thomas Sonnabend und seinen Blog für die Anregung.
Wie bist du
Wie bist du, Mann,
so nach außen, nach vorn,
gespannt und erhärtet
wie Seile aus Stahl,
die singen im Sturm.
Wie bist du, Frau
so nach innen, zurück,
weich und zerfließend,
betört und klar,
ein Fluss ohne Ufer.
Wie bist du, Mensch,
so Mann, so Frau,
fließend und stark
aufgehend im Leben,
ein großer Gesang.
Geborgen im Leben,
befreit im Tod,
Saat der Götter,
Ernte der Erde.
Hingabe und Verborgenheit.
© gabi m.auth
11 Facts about me – Liebster-Blog-Award

Einen ganz herzlichen Dank an http://adrianoeljero.com/author/adrianoeljero/, dass Du mich für den Liebster-Blog-Award nominiert hast.
Ich bin ein bißchen sprachlos und freue mich sehr über dieses nette Bonbon.
Der Award ist nämlich nicht nur eine schöne Aktion, um einen Blogger etwas besser kennenzuleren, sondern hilft auch dabei das eigene Blogger Netzwerk, das vielleicht noch klein ist, zu erweitern.
Gerne beantworte ich die elf Fragen, die Adriano Eljero mir gestellt hat:
1. Wieso hast du angefangen zu bloggen?
…weil das Leben ein Moment ist, bestehend aus vielen kleinen Augenblicken, die ich sammle und in Worte fasse. Wie Perlen reihe ich sie auf. Manche sind dunkel oder matt, andere rosig oder weiß schimmernd. Mit meinem Blog stelle ich diese Galerie von Augenblicken in die Öffentlichkeit und teile sie mit jedem, der sie mag.
2. Was ist dein liebstes Hobby (neben dem Bloggen)?
…hmm, also okay, ich male und zeichne. Und ich beobachte das Leben, die Menschen, die Natur.
3. Welches ist dein Lieblings-Buch?
…da gibt es nicht eines für immer. Aber es gibt einige für immer wieder.
Dazu gehören: „Mister Aufziehvogel“ von Haruki Murakami, „Der Distelfink“ von Donna
Tartt. Und das neuste in der Reihe, frisch ausgelesen, „Die Grasharfe“ von Truman
Capote, der für mich einer der verdammt besten Schriftsteller ist.
4. Wie würdest du deinen Kleidungs-Style bezeichen?
…mein auth-look, ein Mix aus sportlich und verspielt, eher Bauernhof als
Cityhall und Boots statt High-Heels.
5. Dein liebstes Beauty-/Pflegeprodukt?
…mein Parfum von Narcisso Rodrigez.
6. Deine liebste Rubrik auf Blogs ist…?
…Lyrik und Kurzprosa.
7. Welcher Sportart gehst du nach?
…tanzen und tanzen und tanzen.
8. Dein (emotional) wertvollster Gegenstand den du besitzt, ist..?
…es gibt zwei, die sich den Platz teilen, mein Ehering und meine Sammlung von voll
geschriebenen Moleskine Heften.
9. Wohin geht deine nächste Reise?
… an die Jurassic Coast in Dorset / Großbritannien.
10. Beschreibe dich in 3 Worten
…emotional, nachdenklich, kreativ.
11. Wellness oder Action Urlaub?
…ein bisschen von beidem sowie Kunst und Kultur.
Spielregeln:
1. Schreibe einen neuen Blogeintrag mit diesem Award, füge das Award-Bild ein und verlinke die Person, die dich nominiert hat. 2. Beantworte ihre 11 Fragen. 3. Nominiere 5-11 weitere Blogger. 4. Stelle nun 11 Fragen an diese Blogger.
5. Gib den Nominierten Bescheid, damit sie von der Nominierung erfahren.
Folgende Blogger möchte ich gern für den Award nominieren:
Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen — WordPress.com
Rosarote Zeilen — WordPress.com
klang•log•buch — WordPress.com
Palpitationen — WordPress.com
Meine literarische Visitenkarte — WordPress.com
https://commanderlara.wordpress.com/
Montagsstück — WordPress.com
Sophieleben — WordPress.com
hindrich.com — WordPress.com
~ Das poetische Zimmer ~ — WordPress.com
Meine Fragen an Euch:
1. Was war Dein erster Impuls, zu bloggen?
2. In welchen sozialen Netzwerken bist Du sonst noch zu finden?
3. Was war Dein wichtigstes Erlebnis im vergangenen Jahr?
4. Welches ist Dein Lieblingsbuch und/oder Lieblingsautor?
5. Worauf könntest Du nicht verzichten?
6. Wohin geht die Reise in Deinem nächsten Urlaub?
7. Wer oder was kann Dich inspirieren?
8. Wenn Du ein Tier wärst, welches wäre das?
9. Wenn Du drei Wünsche frei hättest…..?
10,Wie lautet Dein Lebensmotto?
11.Wenn Du noch einmal geboren würdest, wem würdest Du auf jeden Fall wieder
begegnen wollen?
Mon Santo
Schmelzkäse markiert
den Niedergang
unserer Kultur.
Tausend Zusatzstoffe
leuchten in der Nahrung.
Ein Molekül schöner
als das andere, konservieren
sie uns und öffnen Türen
für den Krebs, während
wir runde, makellose
Tomaten verschlingen,
grellrote Genperlen,
eine genau wie die andere,
die sich nicht mehr selbst
vermehren können.
When the saints go marching in,
gibt die Hölle uns die Hand.
Mon Santo, heiliger Bimbam,
Schutzpatron der Klone,
Diebstahl und Betrug.
Lüge modert in deinen Genen.
Du hattest niemals vor,
die Welt zu nähren,
nährst allein dich selbst,
vervielfältigst die Gier,
den Hunger nach Macht und Geld.
Wir schließen dich nicht ein
in unser letztes Gebet.
Wenn wir gehen, gehen wir leise.
Lüge bleibt, tausend Jahre haltbar.
© gabi m. auth
