Das lyrische Ich

Es tänzelt und biegt sich, lacht dir breit ins Gesicht, scheint nah, real und sehr greifbar. Willst du es fassen, entwindet es sich, verbirgt sich in fliehenden Versen, schleicht hinter Wänden aus prosaischer Lust, unsichtbar gegen den Rhythmus. Verknotet den Duktus, verspottet den Jambus und zeigt frech die Zunge dem Daktylus. Ach, selten bleibt es  sich treu,  es gleitet stets wandelbar von Hass zu Liebe durch gleich Gültigkeit, paraphrasiert und projiziert, haucht Gefühle wie Seifenblasen in den luftleeren Raum und verteilt Sonnen am Vollmondhimmel. Es leidet und liebt. Es seufzt und lacht. Bis du denkst es wäre du, und es macht sich davon wie ein Dieb in der Nacht als wär’s weder ich, noch wär es je du, als wäre es nie gewesen.

3 Gedanken zu “Das lyrische Ich

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