Feuer

Aggression,
heiß und rot.
Explosionsartig.
Wie glühende Lava.
Das Feuer
in deinen Augen
verbrannte den
uralten Schmerz.
Glut und Asche
fraßen die Tränen.

Unstillbare
Sehnsucht
ohne Namen.
Unsere Körper,
Flammen in
der Dunkelheit.
Hände webten
Zärtlichkeit.
Spinnennetze
Aus Wärme und Licht.

Haut.
Erschauernd
unter meinen
Fingerkuppen.
Verschmolzen.
Wo fängt „Du“ an?
Wo hört „Ich“ auf?
Deine Augen,
heller Bernstein.
Hoffnungslos.

Ewig nicht
zu retten.
© gabi m. auth

Roter Ballon

Ein roter Ballon.
Hoch oben.
Unterwegs
zu den Wolken.
Ich stehe stumm.
Seh ihm nach,
denk an dich.
Wie klein du warst.
Und dein Lachen.

So glücklich.

Du drehtest dich
um dich selbst
in deinem rosa
Lieblingskleid.
Die Haare flogen.
So helles Haar,
fast weiß.
Wie Elfenhaar.
Wunderschön.

Du liefst rückwärts,
drehtest dich.
Ich winkte dir,
und ich rief.
Du trugst einen
Ballon in der Hand,
einen roten.
und leuchtende Augen.

Die Straße.
Der Wagen.
Ich rief.
Du lachtest,
winktest,
drehtest dich.
Ich rief.
Ich schrie,
Schrie.

Dein Name
schwebte
zum Himmel.
Tausendmal.
Zusammen mit
dem Ballon,
der in die
Wolken stieg
Du lagst so still.

Rote Blumen
erblühten
auf deinem
Lieblingskleid,
rosa wie dein
linker Schuh
dort auf
dem Asphalt.
© gabi m. auth

Alter Freund

Leben meint
wachsen, erkennen,
fließen, meint
zu verstehen und
immer zu wissen,
dass Einer wartet
an der Tür.

Den Weg zu wählen,
so frei, so leicht
lächelnd rufen
Hey, alter Freund,
sieh mich an,
sieh nur her.
Ich komme schon

Doch zuerst steig ich
auf mit der Sonne und
tanz ich mit dem Mond.
Auf der Spur der Sterne
durchzieh ich die Welt,
Wehmut in der Seele,
im Herzen ein Lied.

Über die Erde
zieh ich vorwärts,
zum Anfang zurück.
Hör im Flug der Lerche,
Nachtfalter singen.
Gesänge wie
Schöpfungsklang.

Dann, Tod,
alter Freund,
in deine Arme
nimm mich und
gib Zuflucht mir
in deiner großen
Zärtlichkeit.

© gabi m. auth

Wegweiser

Damals,
oder gestern.
Ich suchte
das Gefühl,
ganz zu sein.
Herz und Verstand
im Gleichklang.

Und dann Du.

In mein Leben
gehuscht.
Einfach so.
Musik in den Augen
So blau und grün
Oder manchmal grau.
Wie Nebel.

Deine Hände.

Das Erstaunen
als ich ihre
Kraft spürte.
Halten können sie
und lassen.
Herzen leuchten
wie Feuerwerk.

Immer wieder.

Der Verstand.
Ein stiller See
im Mondlicht
so in mir
mit Dir
so in Dir
mit mir.

Gefunden

das Gefühl,
heil zu sein.
Den Weg tanze ich.
Und du bist
Wegweiser,
Wegbegleiter,
Geliebter,

Freund.

Wege verblassen.
Das Leben,
ein freies Feld.
Unsere Spuren
nebeneinander,
eine Spirale
aus Musik.

© gabi m. auth

wohin

Wo rennt ihr hin,
von da nach hier,
so voller Hass,
so ohne Sinn?

Ihr schreit so laut.
Dagegen, nie dafür.
Gegen das und dies
wie Krähen im Regen.

Ihr verrammelt die Tür.

Was, wenn die Welt
euch um die Ohren fliegt?
Wenn jeder verliert
und keiner siegt?

In einer Sekunde
alles vorbei.
Die Liebe, der Hass,
verstummt das Geschrei.

Die Welt, wie sie ist,
ist vielleicht genug.
Die Welt, die ihr wollt,
ein Selbstbetrug.
© gabi m. auth

Wind

Wenn ich sterbe, bringt mir Pusteblumen.
Singt mir ein Freiheitslied und tanzt.
Tanzt für das Leben, für das Meer,
die Sterne und den Wind.
Besonders für den Wind,
der sanft durch eure Haare streicht.
Den Wind der Berge und der Steppen,
denselben Wind, der in den Städten
durch Straßen weht und nachts
auf leeren Plätzen mit
heimatlosen Plastiktüten
den feurigsten Flamenco tanzt.
Ihm vertraue ich mich an,
dem Wind, der uns verbindet.
Lasst meine Asche mit ihm tanzen.
Und lauscht der Stille.
In Stille tanzend mit dem Wind
berührt euch meine Seele.
© gabriele auth

Aufbruch

Tiefe Nacht ,
da ist kein Stern,
die offene Tür
ein drohendes Tier.
Der alte Teddy
auf dem Bett,
starrt traurig leer,
sein einziges Auge
sieht nichts mehr.

Ein Rucksack voll
geliebtem Plunder.
Ein leeres Herz ist
kein Raum für Wunder.
Elfenzauber
ertrank im Moor.
Sein Gesicht zu nah,
das Lächeln aus Blei
ihre Krone verlor’n.

Goldener Ritter
im Rost erstarrt,
verstörender
Albtraum
in der Nacht.
Papi sagt ihr Haar
sei hell wie Elfengold.
……………………
Sie fühlt sich so alt.

Papi’s kleine Fee
geht heute fort,
ohne Blick zurück,
ohne Abschiedswort,
verlässt ihren Teddy,
vertraut dem Wind,
beendet den Albtraum
ein Leben beginnt.

© gabriele auth

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Blauer Tag

Heute ist ein Tag für Purzelbäume,
lichtblauer Tag mit weißen Tupfen.
Und ich bin im Blau,
tanze, hüpfe, räkele mich
wohlig,  brumm-selig.
Trunken von dem verrückten
kleinen Freudenlied,
das in mir summt.
© gabi m. auth

Etwas war anders

Das Leben knirscht.
Dein Wintergesicht
in mein Hirn geätzt,
vergesse ich nicht.

Eisblumenblau
dein letzter Blick.
Etwas war anders,
sahst nicht zurück.

Sitz nun allein hier
am Meeresgrund,
warte auf Sommer,
auf gelb im grau und

verriegle die Augen.
Hör meinem Herzen
beim Stolpern zu.
So wirr. So vertraut

tropft Stille in den
aufgewühlten Sinn.
Ich öffne die Hände
und es fliegt dahin.

Da lass ich ziehen,
das Du und Ich,
dein Sommergesicht.
Gischt bleibt zurück.

Dazwischen ich
für mich.
© gabriele auth

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Eurydike

Wollten denselben
Weg gehen
Mondkind
Wir spucken das
Höllenfeuer

einfach aus,
hast du gesagt.

Du hast
dich verlaufen
im Dickicht
deiner
Vergangenheit
hingst äonenlang
in deinen Abgründen.

Und ich
auf schmalem Grat
hielt weiter
deine Hand.
mein ganzes Sein
zum Zerreißen
gespannt.

Das Gewicht
deiner Angst
zerrte so schwer
langes Entsetzen
in unseren Augen,
als ich dich los ließ.

Du stürztest lautlos

mache mich
auf den Weg
weiter zur Sonne.
müde,  schwer
Steine in der Seele
Staub im Herzen
Nacht.

Finde ich
den Weg
hinaus,
in den Tag,
bist auch du
nicht verloren.
Vielleicht .
© gabriele auth